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23-jähriger Sportökonom als Referent beim Deutschen Handballbund

Der Handball ist die große Leidenschaft des 23-jährigen Tim Nimmesgern. Der gebürtige Saarbrücker ist selbst aktiver Handballer und hat es sogar geschafft, beruflich in seiner Lieblingssportart einzusteigen. Der Sportökonom ist als Referent für Mitgliederentwicklung und Engagementförderung beim Deutschen Handballbund (DHB) in Dortmund tätig.

Tim Nimmesgern kann schon mit 23 seinem Traumberuf nachgehen

Auch weiterhin aktiv am Ball

Auch die Europameisterschale 2016 durfte er in den Händen tragen

Tim Nimmesgern mit DHB-Generalsekretär Mark Schober

Referent beim größten Handball-Dachverband weltweit
Die Olympischen Spiele sind vorbei. Wieder einmal konnten die deutschen Fans mit ihren Handballerinnen und Handballern mitfiebern, ähnlich wie bei der erfolgreichen Europameisterschaft in Polen Anfang des Jahres. Am Ende sprang dieses Mal zwar nicht der Titel, dafür eine verdiente Bronzemedaille für die Herren heraus. „Das war natürlich sportlich, aber auch insgesamt für die Wahrnehmung der Sportart sehr wichtig. Mit dem Erfolg oder auch Misserfolg steigt und fällt die Aufmerksamkeit als Voraussetzung zur positiven Mitgliederentwicklung. Mit dem aktuellen sportlichen Erfolg gehen eine immense Aufmerksamkeit und eine Imagesteigerung hervor. In den nächsten Jahren haben wir mit der Frauen-WM 2017 und der Männer-WM 2019 gleich zwei Großveranstaltungen im eigenen Land, bei denen die Aufmerksamkeit auf den deutschen Handball gerichtet sein wird, was wir natürlich nutzen wollen“, erläutert Tim Nimmesgern. Der 23-jährige „Bachelor of Arts“ Sportökonomie ist seit einigen Monaten als Referent für die Mitgliederentwicklung sowie Engagementförderung, Schulkooperationen, Schulsport und Kinderhandball für den Deutschen Handballbund (DHB) tätig. Mit Sitz in Dortmund beschäftigt der Verband circa 45 Mitarbeiter in seiner Geschäftsstelle, inklusive der hauptamtlichen Trainer. Mit knapp 770.000 Mitgliedern und über 4.400 Vereinen ist der DHB der weltweit größte Handball-Dachverband. Er ist verantwortlich für seine 22 bundesweiten Landesverbände. Für Tim Nimmesgern war die Umstellung groß. Zuvor war er im Rahmen seines dualen Bachelor-Studiums beim Handballverband Saar (HV Saar) angestellt. „Die Größenunterschiede sind natürlich immens. Dennoch hat mir auch die Arbeit im Saarland schon sehr großen Spaß gemacht“, erklärt der gebürtige Saarbrücker.

Über ein FSJ zum dualen Studium gekommen
Tim Nimmesgern ist von Kindesbeinen an ein begeisterter Handballer. Bei seinem Heimatverein, der HSG TV Altenkessel/ATSV Saarbrücken war er bis zu seinem Umzug nach Dortmund aktiv. Heute spielt er beim Oberligisten OSC Dortmund. Nach seiner Schulzeit entschied sich der Saarbrücker zunächst zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr beim Landesverband. Als er die Möglichkeit bekam im Anschluss ein duales Studium der Sportökonomie beim HV Saar zu absolvieren, zögerte er nicht und schrieb sich an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG ein. Dort besuchte er alle vier bis sechs Wochen für wenige Tage die Präsenzphasen, welche das duale Fernstudium beinhaltet. Die DHfPG verfügt dafür über zehn regionale Studienzentren im Bundesgebiet. Die Studienunterlagen wurden ihm bereits vor dem Semesterbeginn zugesendet, sodass er sich in Ruhe auf diese kompakt gehaltenen Anwesenheitszeiten im Studienzentrum vorbereiten konnte. „Ich habe etwa 35 Stunden pro Woche beim Verband gearbeitet. Da dort nur drei hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt waren, hatte ich von Beginn an ein breites und verantwortungsvolles Aufgabengebiet. Ich war vor allem im Bereich Projekt- und Veranstaltungsorganisation beschäftigt. Meine Tätigkeiten beinhalteten außerdem die Pflege internationaler Beziehungen und den täglichen Umgang mit Vereinen und weiteren Institutionen“, zählt er auf. „Die Studieninhalte konnte ich Tag für Tag auf meiner Arbeit umsetzen und dazu noch praktische Erfahrung sammeln. Zeit für meinen eigenen Sport hatte ich dennoch, da ich mir das Lernen ja eigenständig und flexibel einteilen konnte“, beschreibt der 23-Jährige. Gerade die Tatsache, dass er im Laufe seines Studiums nicht nur über immer mehr Fachwissen verfügte, sondern dieses auch in großem Umfang in der Praxis bereits anwenden konnte, sollte sich als großer Vorteil bei seinem weiteren Werdegang herausstellen.

Konnte sich gegen eine Vielzahl an Mitbewerbern durchsetzen
Gegen Ende des Studiums machte sich Tim Nimmesgern natürlich Gedanken über seine berufliche Weiterentwicklung. Zu dieser Zeit wurde er auf eine Stellenanzeige seines Dachverbandes in Dortmund aufmerksam. „Ich habe mir ehrlich gesagt keine großen Hoffnungen gemacht, aber ich wollte es einfach mal mit einer Bewerbung probieren, da es nichts zu verlieren gab. Schließlich wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen.“ Dort lief es für den selbstbewussten Sportökonom besser als erwartet. „Ich hatte das Gefühl, dass es mir sehr zugute kam, nicht nur das Fachwissen in der Theorie zu beherrschen, sondern es bereits täglich umgesetzt zu haben. Das hat mir bisher bei jedem Gespräch geholfen.“ So setzte sich der Saarbrücker gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern durch und geht seitdem endgültig seinem Traumberuf nach. Doch nicht nur bei diesem Gespräch konnte er mit Fachwissen und Berufserfahrung punkten.

Als Volunteer bei den Paralympics 2016
Neben dem Handball hat Tim Nimmesgern auch eine Passion für das Reisen. In diesem Sommer war Brasilien aus ganz bestimmten Gründen sein favorisiertes Reiseziel. Eine Freundin machte ihn darauf aufmerksam, sich doch mal als Volunteer bei Olympia beziehungsweise den Paralympics zu bewerben. „Ich habe mich also beim Deutschen Olympischen Sportbund DOSB beworben und eine Zusage für die Paralympischen Spiele bekommen. Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, auch wenn ich das erst einmal mit dem DHB abklären musste, schließlich befinde ich mich ja noch in der Probezeit“, beschreibt er. Der Deutsche Handballbund legte seinem Mitarbeiter aber keine Steine in den Weg und so macht sich der 23-Jährige auf den Weg an den Zuckerhut. „Neben dem Olympischen Dorf werde ich im Deutschen Haus für die Betreuung der Athleten und VIPs sowie die Organisation von Pressekonferenzen zuständig sein. Danach wird er mit vielen neuen Eindrücken und den gemachten Erfahrungen im Gepäck wieder sein breites Aufgabengebiet beim DHB in Angriff nehmen.

Aus großen Herausforderungen wächst große Motivation
Sein neues Aufgabengebiet ist verantwortungsvoll und zugleich spannend. „80 Prozent meiner Aufgaben haben mit der Mitgliederentwicklung zu tun. Außerdem wollen wir das Ehrenamt wieder attraktiver machen und fördern, beziehungsweise den Landesverbänden auch mögliche Alternativen aufzeigen“, erklärt der DHB-Referent. „Die Vereinsarbeit wird immer komplexer und anspruchsvoller. Um langfristig als Verein oder Verband personell gut aufgestellt zu sein, empfiehlt es sich auch hauptamtliche Mitarbeiter oder auch dual Studierende einzustellen. Wir stehen den Landesverbänden dabei beratend zur Seite“, führt er fort. Um die Mitgliederentwicklung in eine positive Zukunft zu führen, organisiert der Verband Veranstaltungen, wie Handball-Camps, besucht Schulen und bringt den Kindern dabei das Spiel mit Hand und Ball näher. Zu den zentralen Aufgaben im Bereich Engagementförderung gehören außerdem Inklusion und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Projekte zur Gewinnung und Bindung von Mitgliedern sowie jungen Engagierten sind Hauptaufgabenfelder im Bereich der Mitgliederentwicklung im DHB, für die Tim Nimmesgern verantwortlich ist. Finanziert wird seine Stelle unter anderem aus Mitteln des Förderprogramms ZI:EL+ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Ich sehe mich als Bindeglied zwischen der Deutschen Handballjugend, dem DHB, den Landesverbänden, deren Vereinen, dem DOSB und der Deutschen Sportjugend.“ Mit 23 Jahren hat Tim Nimmesgern seinen Traumberuf gefunden. Nun sammelt er zunächst etwas Berufserfahrung, um sein Fachwissen im Anschluss noch weiter auszubauen. „Bevor ich die Zusage des DHB bekommen habe, hat mir der Handballverband Saar das Angebot gemacht, direkt den „Master of Arts“ Sportökonomie an der Deutschen Hochschule anzuschließen. Inzwischen habe ich vor ein MBA-Studium anzuschließen, wofür zwei Jahre Berufserfahrung Voraussetzung sind. Da ich mit der DHfPG sehr gute Erfahrungen gemacht habe und die Studieninhalte meinen Vorstellungen entsprechen, ist es wahrscheinlich, dass ich dort auch den „MBA Sport-/Gesundheitsmanagement“ absolvieren werde.“