DHfPG News

Breitensportverein als idealer Ausbildungsbetrieb für dual Studierende

Der VfL Gladbeck 1921 e.V. ist ein Breitensportverein, der sich hauptsächlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter organisiert. Doch um das große Vereinsangebot für die etwa 3.500 Mitglieder noch besser verwalten und organisieren zu können, entschied sich der Verein, einen seiner besten Handballer als dual Studierenden auszubilden – mit Erfolg für beide Seiten. Der Studierende konnte die vielfältigen Aufgabenbereiche und Strukturen eines Breitensportvereins kennenlernen. Der Verein wiederum profitierte von neuen Ideen und Ansätzen, die der Studierende durch seine neu erworbenen Kompetenzen direkt in der Praxis anwenden und durch sein persönliches Engagement auch umsetzen konnte.

Björn Sankalla - Handballer

Björn Sankalla verbindet seine Handballkarriere mit einem dualen Studium an der DHfPG

Siegbert Busch - VFL Gladbeck

Siegbert Busch, 1. Vorsitzender des VfL Gladbeck

VfL Gladbeck 1921 e.V.

Der VfL Gladbeck sucht bereits den nächsten dual Studierenden

Breiten- und Leistungssport unter einem Dach
Der VfL Gladbeck ist einer der größten Breitensportvereine im nördlichen Ruhrgebiet. Das Angebot reicht von einem breiten Kursprogramm über Rehasport bis hin zu insgesamt 11 Sportarten im Breiten- aber auch im Leistungssportbereich. „Wir verstehen uns als Breitensportverein, der den Leistungssportbereich aber nicht außer Acht lässt. Gerade unsere jungen Mitglieder brauchen ja auch sogenannte Leuchttürme, also Vorbilder zu denen sie aufschauen können. Zu unseren erfolgreichen Sportarten gehört das Schwimmen, wo wir in der 2. Bundesliga der Damen dabei sind, sowie Handball. Dort bewegen wir uns bei den männlichen Aktiven regelmäßig zwischen der dritten Liga und der Oberliga“, erklärt der 1. Vorsitzende des Vereins, Siegbert Busch. Dabei lebt die Leistungssportabteilung des Vereins größtenteils vom eigenen Nachwuchs. Etwa die Hälfte der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. „Die Bandbreite unserer Mitglieder reicht vom Babyalter, wie bei unseren PEKiP-Kursen, bis hin zu weit über 80-Jährigen“, fasst er zusammen. So kommt es nicht selten vor, dass Mitglieder für ihre über 60-jährige Mitgliedschaft durch den Vorsitzenden geehrt werden. Busch selbst leitete 25 Jahre lang die Handballabteilung des Vereins bevor er den Vorsitz übernahm. Alles neben seiner beruflichen Tätigkeit, z.B. als Dozent an der Fachhochschule für Verwaltung oder als Leiter einer großen örtlichen Polizeidienststelle. „Die einzelnen Abteilungen im Verein organisieren sich eigenständig. Die Arbeit wird zum Großteil durch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter abgedeckt, alleine über 100 Übungsleiter sind bei uns tätig. Aufgrund dieser Struktur sind wir mit unserer Mitgliederzahl als Verein auch an dem Punkt angelangt, nicht viel mehr bewältigen zu können“, erklärt Siegbert Busch.

Dual Studierender ergänzt die Arbeit der Ehrenamtlichen
Umso gelegener kam die Anfrage von Björn Sankalla, einem der besten Handballer des Vereins, der nach einem Weg suchte, seine Handballlaufbahn mit einem dualen Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) zu verbinden. „Anstatt mit dem eigenen vorhandenen Netzwerk Kontakte zu anderen Unternehmen zu knüpfen, haben wir die Entscheidung getroffen, Björn Sankalla direkt bei unserem Verein anzustellen. Und ich kann nach mittlerweile zwei Jahren sagen, es war eine gute Entscheidung“, verrät der Vorsitzende, der gleichzeitig Ausbildungsleiter für den 24-Jährigen ist. Björn Sankalla studiert den dualen „Bachelor of Arts“ Fitnessökonomie, dessen Schwerpunkte in den Bereichen Trainingswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften liegen. 30 Stunden in der Woche ist er für den Verein tätig. Alle vier bis sechs Wochen besucht er für wenige Tage die Präsenzphasen seines Studiums am Studienzentrum der DHfPG in Köln. „20 Stunden davon arbeitet er operativ, zehn Stunden ist er mit verwaltungstechnischen Aufgaben betraut. Er kann neben seinem Studium und der Arbeit im Verein regelmäßig seinem Training nachgehen und ist auch einer unserer absoluten Leistungsträger in der Handball-Oberliga“, erklärt Siegbert Busch.

Den kompletten Verein kennengelernt
Zu den operativen Tätigkeiten des angehenden Fitnessökonomen gehört zum Beispiel die Leitung des vereinseigenen Trainingsraums. „Durch seine Affinität zum Kraftsport und seine Studieninhalte aus der Trainingslehre war er natürlich dafür prädestiniert. Aber auch im Bereich des Veranstaltungsmanagements konnte er bei uns wertvolle Berufserfahrung sammeln. So organisierte er eine Projektwoche zum Thema „Bewegter Kindergarten“ und betreute für den VfL das Projekt „NRW lernt schwimmen“. Dabei konnte er erfahren, wie die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, den Kommunen und dem Land funktioniert“, fasst Busch zusammen. So lernte er seinen Verein nicht nur über die Handballsparte hinaus kennen, sondern konnte praktische Erfahrung sammeln und seine Studieninhalte zunehmend in der Praxis umsetzen. „Auch die verwaltungstechnischen Aufgaben bestanden nicht aus abheften und kopieren. Auf der Geschäftsstelle konnte er offizielle Schreiben aufsetzen, wobei er für seine Entwürfe stets eine Rückmeldung von mir bekam. Außerdem gaben wir Björn die Möglichkeit eine Ausbildung zum Übungsleiter für Rehasport zu absolvieren. Er ist seitdem nicht nur in diesem Bereich als Übungsleiter aktiv, sondern auch für das Rechnungsabschlusswesen für unseren Rehasport verantwortlich.“

Studierender bringt neue Ideen in die Vereinsarbeit ein
Doch nicht nur Björn Sankalla profitiert von seinem Ausbildungsbetrieb, indem er wertvolle Berufserfahrung sammelt. Er bringt auch neue Ideen und Konzepte, beispielsweise im Marketingbereich ein. „Er ist ja nicht nur hier um zu lernen, sondern auch um Ideen zu entwickeln und Projekte anzutreiben. Und genau dies hat er mit der Kombination aus seinem Willen, seiner Persönlichkeit und seinem Fachwissen auch getan. Durch die geringen Abwesenheitszeiten konnte er auch problemlos an längerfristigen Projekten arbeiten“, ist der Ausbildungsleiter angetan. „Wir sind als mehrspartiger Breitensportverein ideal als Ausbildungsbetrieb für einen dual Studierenden geeignet. Wir würden Björn Sankalla auch sehr gerne über 2018 hinaus beschäftigen, können uns gut vorstellen, dass er ein Master-Studium an der Deutschen Hochschule anschließt. Diese Entscheidung liegt letztlich bei ihm“, blickt Siegbert Busch voraus. Außerdem sucht der Verein nach diesen positiven Erfahrungen bereits nach einem weiteren dual Studierenden der DHfPG. Immer mit dem Wissen, dass die tägliche Vereinsarbeit momentan sehr vom Ehrenamt abhängig ist, welches bundesweit seit Jahren rückläufig ist. „Ich bezweifele, dass die Vereinsarbeit in zehn Jahren noch in diesem Maße mit Ehrenamtlichen so funktionieren wird.“