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Bundesliga-Trainer profitiert durch sein breites Fachwissen aus dualem Studium

Als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen trägt Alexander Nouri (37) eine große Verantwortung und muss gemeinsam mit seinem Trainerteam täglich wichtige Entscheidungen treffen, von dem der Erfolg seiner Mannschaft abhängt. Durch sein duales Bachelor-Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG hat er sich, zusätzlich zu seinen Trainerlizenzen beim DFB, ein breites Fachwissen angeeignet, von dem er bei seiner täglichen Trainerarbeit profitiert.

Absolvent des "Bachelor of Arts" Gesundheitsmanagement: SVW-Cheftrainer Alexander Nouri (Foto: Werder Bremen)

Studium während der Fußballkarriere
Der SV Werder Bremen ist Alexander Nouris Heimatverein. Hier spielte er als Jugendlicher und wechselte – nachdem er sich zwischenzeitlich in die USA zu den Seattle Sounders ausleihen ließ - erst 2001, mit knapp 22 Jahren, in die dritthöchste Spielklasse zum KFC Uerdingen. Nach drei Jahren zog es den offensiven Mittelfeldspieler weiter zum VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga. Nach vier Jahren beim VfL wechselte Nouri zum Drittligisten Holstein Kiel. „Zu dieser Zeit habe ich eine Familie gegründet. Ich war Ende 20 und fing an mir Gedanken zu machen, was ich für Möglichkeiten habe, mich während der Fußballerkarriere weiterzubilden. Ein Studium hat mich dabei am meisten gereizt.“ Die Spielergewerkschaft VDV für Fußballer stand ihm bei seiner Wahl beratend zur Seite. „Als VDV von meinem Studienwunsch erfuhr, hat sie mir die Deutsche Hochschule empfohlen. Die Studiengänge fand ich sehr interessant, wobei mir der duale Bachelor-Studiengang Gesundheitsmanagement am meisten zugesagt hat“, erinnert sich der Werder-Trainer. So entschied er sich zum Wintersemester 2008 mit dem dualen „Bachelor of Arts“ Gesundheitsmanagement an der DHfPG zu beginnen. Der Studiengang besteht aus einem Fernstudium sowie kompakten Präsenzphasen, die Nouri am Studienzentrum in Hamburg besuchte, was ideal mit seiner Fußballerkarriere vereinbar war. Zum Studium gehört außerdem eine betriebliche Ausbildung, die der Ex-Profi zunächst in einem Reha-Zentrum absolvierte, die eng mit seinem damaligen Verein, Holstein Kiel, kooperierte. „Ich habe vor allem im Trainingsbereich gearbeitet. Da die Trainingslehre wichtiger Bestandteil meines Studiums war, konnte ich dabei vieles in der täglichen Arbeit anwenden.“

Praxiserfahrung und Trainerlizenzen gesammelt
Von den insgesamt vier Modulen der Trainingslehre sollte er im weiteren Verlauf seines Studiums noch auf andere Weise profitieren. „Ich habe mich außerdem für Trainerqualifikationen im Fußball interessiert. Die Trainerlizenzen habe ich dann parallel zum dualen Studium absolviert, wobei die Studieninhalte mir extrem dabei geholfen haben“ Es war eine intensive Zeit für den Fußballer, doch er schaffte es, Studium, Ausbildung, Trainerlizenzen und das Fußballspielen miteinander zu vereinen. Die freie Zeit verbachte er mit seiner jungen Familie. „Ich hatte in der Zeit bei Holstein Kiel zunächst das Glück einen Trainer zu haben, der mich dabei total unterstützt hat.“ Nach dem Trainerwechsel in Kiel entschied sich Alexander Nouri dann aber für einen Schritt, mit dem er zum einen klare Prioritäten setzte und andererseits einer Familie zu Gute kam. „Ich habe die bewusste Entscheidung getroffen, die fußballerische Karriere hinter das Studium anzustellen und bin zum VfB Oldenburg gewechselt. Dort habe ich auch meine betriebliche Ausbildung im Rahmen meines Studiums fortgeführt.“ Den Wechsel in die tiefere Spielklasse sollte der Deutsche mit iranischen Wurzeln nie bereuen. „In Oldenburg wurde ich unter anderem in der Geschäftsstelle eingesetzt, konnte meine aktive Karriere langsam ausklingen lassen und meine erste Erfahrung als Trainer sammeln“, fasst er zusammen. So konnte sich der angehende Gesundheitsmanager ideal auf seine Bachelor-Thesis vorbereiten. „Dafür habe ich eine sehr intensive Recherche betrieben, einfach weil ich es gut machen wollte. Das Erstellen dieser wissenschaftlichen Arbeit hat mir viel gebracht, gerade im Hinblick auf meine Ausbildung zum Fußball-Lehrer, die ich später absolvierte. Ich wusste schon genau, wie ich vorgehen muss, wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit anfertige.“

Erster Cheftrainer-Posten „durchstreicht“ Master-Pläne
Nach dem Studium hatte Alexander Nouri eigentlich geplant, ein Master-Studium anzuschließen. „Das wollte ich unbedingt, doch leider kam mir die Trainerkarriere und mein erster Cheftrainer-Posten dazwischen“, meint der Trainer des Traditionsvereins ironisch. Denn die Beförderung zum hauptverantwortlichen Trainer des Regionalligisten VfB Oldenburg war eine tolle Chance für den Absolventen des Bachelor-Studiengangs Gesundheitsmanagement. Nach einer erfolgreichen Saison wechselte er wieder zurück zu seinem Heimatverein Werder Bremen und übernahm, nachdem Viktor Skripnik als Cheftrainer der Profi-Mannschaft befördert wurde, die U23, ebenfalls in der Regionalliga. „Meine Familie wohnt in Bremen und ich hatte immer eine lange Anfahrt nach Oldenburg. Außerdem ist Bremen mein Herzensverein“, erklärt der Vater von zwei Kindern. Mit Werders U 23 schaffte er in der darauf folgenden Saison den Aufstieg in die 3. Liga. Durch die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und die erfolgreiche Relegation gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach schaffte er seinen bis dato größten Erfolg als Trainer. Als Aufsteiger konnte sich Werders U23 in der 3. Liga beweisen und sicherte sich unter der Leitung Nouris den Klassenerhalt. Was sich in der folgenden Saison ereignete, ist ein Traum für jeden jungen Trainer.

Beförderung zum Bundesliga-Trainer
Die Freistellung des bisherigen Trainers Viktor Skripnik sollte sich als einmalige Chance für Alexander Nouri herausstellen. Bereits am vierten Spieltag der angelaufenen Saison 2016/2017 übernahm der studierte Gesundheitsmanager interimsweise den Chefposten auf der Werder-Bank und bekam unter anderem deutsche Nationalspieler wie Max Kruse, Serge Gnabry oder Clemens Fritz unter seiner Führung. Am siebten Spieltag wurde er endgültig zum Cheftrainer befördert und mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet. Die absolute Identifikation mit den Grün-Weißen, seine gute Arbeit in der U23 sowie sein breites Fachwissen waren dabei wichtige Faktoren für die Wahl zum Cheftrainer. „Die Kombination ist einfach sehr gut. Ich habe zum einen Erfahrung als Profi gesammelt und kann andrerseits die im Studium erlernten Grundlagen der Trainingslehre zusätzlich zu meiner Trainerausbildung in der täglichen Arbeit anwenden“, erklärt er. Doch nicht nur im Trainingsbereich ist Nouri gut aufgestellt. „Du hast in einem Bundesligaverein natürlich immer ein Team von Spezialisten um dich herum, die dir beratend zur Seite stehen. Mein Vorteil ist, dass ich mit diesen Personen auf Augenhöhe sprechen und nachvollziehen kann, von was die Experten genau sprechen“, sagt Nouri und führt aus: „Das Studium beinhaltete medizinische Grundlagen, außerdem habe ich währenddessen lange in einem Reha-Zentrum gearbeitet. Wenn also die medizinische Abteilung mir von einer Verletzung berichtet, weiß ich genau worum es geht. Das Gleiche gilt für den Ernährungsbereich.“

Jeder Fußballer sollte für die Zeit nach der Karriere vorsorgen
Die Karriere von Alexander Nouri ging nach seinem Studienabschluss stetig nach oben, dennoch hat er den Boden unter den Füßen nicht verloren. „Mir ist bewusst, wie schnelllebig das Fußballgeschäft ist und dass es schwer fällt, langfristig zu planen. Daher ist es mir sehr wichtig gewesen, gut aufgestellt zu sein. Durch mein Studium und die weiteren Qualifikationen bin ich das sicher auch.“ Generell rät er Fußballern, schon während der Karriere vorzusorgen. „Definitiv empfehle ich allen Fußballern, schon während der aktiven Zeit die nachfußballerischen Weichen zu stellen.“ Gerade als Profi der zweiten, dritten oder vierten Liga hat man finanziell nicht ausgesorgt, sodass man nach der aktiven Zeit sorgenfrei davon leben könnte. „Ich habe mich für die Deutsche Hochschule entschieden und kann sagen, dass ich nur gute Erfahrungen mit ihr gemacht habe. Ich habe einen Studiengang gewählt, der mich sehr interessiert hat und hatte hervorragende Dozenten, welche die Inhalte während der Präsenzphasen optimal vermitteln konnten.“