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Die Vernunft beginnt bereits in der Küche

Niko Rittenau ist studierter Ernährungsberater und richtet seinen Fokus auf pflanzliche Ernährung. Mit dem dualen Bachelor-Studium Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG hat er es geschafft, seine Überzeugung und Passion zum Beruf zu machen. Mit Mut und Leidenschaft hat er sich bereits während des Studiums selbstständig gemacht und zieht heute mit seinen Vorträgen und Kochshows regelmäßig zahlreiche Besucher an.

Niko Rittenau - Absolvent Bachelor of Arts Ernährungsberatung

Bald folgt sogar sein erstes Buch mit dem Titel „Vegan Klischee ade!“ Foto: Karsten Werner

Niko Rittenau - der Absolvent des Bachelor of Arts Ernährungsberatung

Niko Rittenau hält monatlich Ernährungsseminare

Niko Rittenau ist studierter Ernährungsberater

Während des Studiums den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Foto: Karsten Werner

Praktikum beim Vegetarierbund richtungsweisend
Der gebürtige Österreicher, Niko Rittenau, hat zunächst einen Abschluss zum Touristikkaufmann an den Kärntner Tourismusschulen erlangt, in dessen Rahmen er auch seine Qualifikation als Koch erreichte und erstmalig Ernährungslehre im Unterricht miterlebt hat. Die Berufsbildenden Höheren Schulen in Österreich bieten eine schulische Berufsausbildung an und qualifizieren für den Einstieg ins Berufsleben. Zusätzlich erlangen Absolventen nach insgesamt fünf Jahren mit der Matura eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. „Zum damaligen Zeitpunkt habe ich meine berufliche Zukunft noch in der Hotellerie oder Gastronomie gesehen. Schon während meiner Koch-Ausbildung ernährte ich mich vegetarisch, musste während der insgesamt vier Jahre Kochunterricht aber natürlich auch Fleisch verarbeiten, das heißt Tiere zerlegen und zubereiten. Im Anschluss an die Ausbildung zum Touristikkaufmann habe ich ein Vollzeitstudium der Unternehmensführung in Wien begonnen“, erinnert sich der heute 27-Jährige. Entscheidend für seinen weiteren Werdegang war ein Praktikum beim ehemaligen Vegetarierbund Deutschland e.V. (heute ProVeg Deutschland e.V.), welches er interessehalber für zwei Monate während seiner Sommerferien absolvierte. „Beim Vegetarierbund in Berlin habe ich zum Beispiel in der Gastronomieberatung gearbeitet. Während dieser Zeit erlebte ich täglich das Leid der Tiere mit, daher war es für mich absolut keine Option mehr, tierische Produkte zu konsumieren. Außerdem habe ich in dieser Zeit so viele nette vegane Menschen kennengelernt, die mir aufzeigen konnten, wie leicht es fällt, sich rein pflanzlich zu ernähren.“ Auch sein Berufswunsch änderte sich während des Praktikums. „Natürlich habe ich aber auch andere Meinungen zur veganen Ernährungsform wahrgenommen, die von Erkrankungen durch Mangelerscheinungen berichteten. Ich wollte dieser Frage auf den Grund gehen, alles über die Biochemie des Menschen zu lernen und so mein privates Interesse am Thema Ernährung durch ein Studium zum Beruf machen.“

Gegoogelt und geeignetes Studium gefunden
Die Suche nach einem dualen Studium im Ernährungsbereich bedeutete auch das Ende seines Vollzeitstudiums. Der Berufswunsch, in der Hotellerie oder Gastronomie zu arbeiten, war somit erloschen. „Ich hatte das Bedürfnis, das Gelernte auch sofort umzusetzen. Dafür hat mir die Arbeit beim Vegetarierbund (VEBU) einfach zu viel Spaß gemacht. Bei der Recherche nach einem dualen Studium im Bereich Ernährung bin ich sofort auf die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement gestoßen, die im Bereich duales Studium praktisch über ein Angebotsmonopol verfügt.“ Das Bachelor-Studium Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule (DHfPG) beinhaltet ein Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen an einem der bundesweiten Studienzentren sowie eine betriebliche Ausbildung. Diese durfte der heute 27-Jährige zunächst beim VEBU absolvieren und schaffte es somit, seine Leidenschaft und Lebenseinstellung zum Beruf zu machen. „Am Studium an der DHfPG hat mir gefallen, dass ein Modul nach dem anderen behandelt wurde. So konnte ich mich nach meiner Arbeit auf ein Thema konzentrieren und musste mich nicht auf umfangreiche Klausurphasen vorbereiten, wie es bei meinem Vollzeitstudium der Fall war. Während der Präsenzphase wurden die Studieninhalte des Moduls noch einmal kompakt wiederholt und ich konnte gut vorbereitet in die Klausur gehen. Danach konnte ich dieses Thema abschließen und mich dem nächsten Modul widmen.“

Während des Studiums in die Selbstständigkeit gewechselt
Neben seinem Studium absolvierte er bereits zahlreiche Weiterbildungen. Seine Motivation, sich immer mehr Wissen anzueignen und dieses auch an andere weitergeben zu wollen, bestärkte ihn auch in dem Entschluss, schon während des Studiums den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. „Als über den VEBU die erste Anfrage für eine Kochshow im Rahmen der Biofach-Messe in Nürnberg und einen Monat später eine Anfrage für eine weitere Kochshow und einen Ernährungsvortrag im Rahmen einer Veggie-Messe in München kam, habe ich zum ersten Mal die Möglichkeit gesehen, dass daraus auch ein spannender Beruf werden könnte.“ So wagte er bereits nach weniger als der Hälfte der Studienzeit, sich mit seiner Berufung selbstständig zu machen. „Es war kurze Zeit schon ein mulmiges Gefühl als ich mein eigenes Gewerbe angemeldet habe. Doch das Thema wurde zu diesem Zeitpunkt bereits sehr positiv in den Medien aufgenommen. So ließen weitere Anfragen nicht lange auf sich warten. Am Anfang plätschert es natürlich etwas vor sich hin, diese Zeit muss man einfach überbrücken, habe ich gelernt.“ Die Zahl der Anfragen sollte steigen. Immer häufiger zeigte Niko Rittenau anhand von Vorträgen und Seminaren seine Version von bedarfsgerechter Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung auf und fördert die Achtsamkeit gegenüber hochwertigen Lebensmitteln.

Anzahl der Vorträge und Seminare steigt
Für den Weg in die Selbstständigkeit während des Bachelor-Studiums zollten auch die Kommilitonen dem 27-Jährigen Respekt. „Es war schon eine gute Gemeinschaft, mit einigen stehe ich nach wie vor in Kontakt. Sie arbeiten in der Fitnessbranche, aber auch bei Krankenversicherungen oder in einer Apotheke.“ Noch während des Studiums hat sich die Anzahl seiner Vorträge und Seminare vervielfacht. In seinen Kochkursen kombiniert er seine Fähigkeiten als ausgebildeter Koch mit dem Ernährungswissen aus dem Studium, um Innovationen zu kreieren, bei denen guter Geschmack auf Gesundheitsbewusstsein und nachhaltigen Konsum trifft. Als Mitbegründer und Dozent unterrichtet er Ernährungslehre am Plant Based Institute in Berlin und hält monatlich Ernährungsseminare mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Als Ernährungsberater motiviert er zu gesundem, pflanzenbetontem Essverhalten, indem er Fachwissen lebendig und praxisnah vermittelt. „2015 wurde ich für circa einen Vortrag pro Monat gebucht, ein Jahr später waren es im Schnitt bereits zwei Vorträge monatlich und im vergangenen Jahr waren es schon vier oder fünf Vorträge. „Ich habe Vorträge bei der Bundeswehr, beim Berliner Zollamt sowie auf zahlreichen Messen gehalten. Die Zeit, die ich dabei im Zug gesessen habe, konnte ich dabei gut nutzen, um die Studienunterlagen für das kommende Modul durchzuarbeiten.“

Vermittler zwischen Wissenschaftler und Endverbraucher
Inzwischen hat Niko Rittenau seinen Bachelor of Arts Ernährungsberatung erfolgreich abgeschlossen, ist beruflich erfolgreich und veröffentlicht zeitnah bereits ein eigenes Buch mit dem Titel „Vegan Klischee ade!“ „Ich möchte mit den Mythen aufräumen und die Klischees abbauen, die behaupten, dass eine rein pflanzliche Ernährung nicht denkbar ist. Dafür arbeite ich auch sehr eng mit der Ernährungswissenschaft zusammen. Ich sehe mich dann als Vermittler zwischen Wissenschaft und Endverbraucher.“ Das Schreiben ist für den 27-Jährigen kein neues Thema. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel in insgesamt fünf Printmedien sowie Online-Medien, wie dem „Welt Vegan Magazin“, „Kochen ohne Knochen“ und „Deutschland i(s)st vegan“. Die Argumente für eine pflanzliche Ernährung liegen für ihn klar auf der Hand. „Es geht um Umweltschutz, Tierschutz, Ethik und die Gesundheit des Menschen. Etwa 60 kg Fleisch isst jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich, das ist zum einen ungesund und gefährdet außerdem die Nahrungssicherheit der Weltbevölkerung. Eine vollwertige pflanzenbetonte Ernährung mit regionalen Produkten kann chronisch-degenerativen Erkrankungen optimal vorbeugen und dabei unsere wachsende Bevölkerung umwelt- und ressourcenschonend ernähren. Dafür brauchen wir auch keine Superfoods, die tausende Kilometer Transport hinter sich bringen müssen. Diese sind eher ein schlechter Marketing-Gag“, erklärt er kurz und knapp. Man merkt ihm zu jedem Zeitpunkt die Leidenschaft an, mit der er seinen Beruf ausübt. „Nur dank des speziellen Studiensystems der DHfPG konnte ich den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Mit einem normalen Universitätsstudium wäre diese Doppelbelastung sicherlich nicht möglich gewesen.“