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Ehemaliger Skisprung-Weltmeister steht immer noch unter Strom

Alexander Herr war lange Jahre Teil der erfolgreichen DSV-Skispinger-Generation rund um Martin Schmitt, Sven Hannawald oder Dieter Thoma. Noch während seiner Karriere dachte er an seine berufliche Zukunft und absolvierte ein duales Bachelor-Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG. Heute leitet er erfolgreich zwei EMS-Fitness-Studios im Großraum Freiburg.

Alexander Herr bei den Olympischen Winterspielen 2006

Mit dem Studium an der DHfPG ein zweites Standbein aufgebaut

Möchte auch nach der Sportkarriere hoch hinaus

Seit 2013 ist der gebürtige Schwarzwälder sein eigener Chef

Skisprung-Talent liegt in der Familie
Bereits im Alter von vier Jahren fing der gebürtige Schwarzwälder Alexander Herr mit dem Skispringen an. „Das ist familiär bedingt. Sowohl mein Vater als auch mein Opa und sogar mein Onkel waren Skispringer. Auch wenn sie am Ende nicht so erfolgreich waren wie ich“, scherzt der 38-Jährige. Damit hat er allerdings Recht. Bereits 1993 gewann er seine erste Bronzemedaille im Einzelspringen bei der Junioren-WM im tschechischen Harrachov. 1995 folgte dann die erste Goldmedaille im Team bei der Skisprung-Junioren-WM im schwedischen Gälliware. Es folgte der Aufstieg zu den aktiven Springern des DSV mit dem Höhepunkt des Gewinns der Goldmedaille im Teamspringen von der Großschanze bei der Nordischen Ski-WM 2001 im finnischen Lahti. „Ich hatte das Glück in meiner Karriere gleich zwei großartige deutsche Skispinger-Generationen mitzuerleben. Zum einen habe ich noch große Sportler wie Jens Weißflog oder Dieter Thoma miterleben dürfen. Später durfte ich dann in der Mannschaft mit Athleten wie Sven Hannawald oder Martin Schmitt springen. Es waren schon große Erlebnisse, vor 70.000 beim Weltcup in Willingen oder bis zu 120.000 Zuschauern im polnischen Zakopane zu springen“, erinnert er sich. 2005 zog er sich, genau wie 1999, erneut direkt vor den Weltmeisterschaften den 2. Kreuzbandriss zu. 2006 in Bad Mittendorf kam er noch einmal zurück als er WM-Dritter mit dem Team wurde. Bei diesem Wettkampf gelang ihm auch sein erster Sprung über 200 m.

Mit der Karriere nach der Sportkarriere beschäftigt
Zu dieser Zeit machte er sich aber auch schon Gedanken, wie es nach seiner Skispringer-Karriere weitergehen soll. „Mein ursprünglicher Plan war es, nach der aktiven Karriere in den Bereich psychologisches Coaching zu gehen. Ich habe dann bei der BSA-Akademie zunächst die Fitnesstrainer-B-Lizenz und etwas später die Mentaltrainer-B-Lizenz absolviert.“ So wurde er schließlich auch auf das BSA-Schwesterunternehmen, die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, aufmerksam. „Ich konnte zwar ganz gut von meinem Sport leben, habe aber nicht so viel Geld verdient, dass ich mir nach der Sportkarriere ein schönes Leben machen könnte. Mit den ersten Abschlüssen an der BSA-Akademie habe ich mir schon einmal eine solide Basis geschaffen. Mit dem Bachelor-Studiengang Gesundheitsmanagement konnte ich meine Qualifikationen im sportlichen und mentalen Bereich mit dem Gesundheitsaspekt verbinden“, bringt er es auf den Punkt.

Während des Studiums von seiner Erfahrung profitiert
Er entschied sich also zum Wintersemester 2007 im Alter von 29 Jahren für den dualen Bachelor-Studiengang Gesundheitsmanagement. Er arbeitete bei der Forschungsgruppe Dr. Feil, die sich auf Nahrungsergänzungs-Produkte spezialisiert. Der Kontakt kam zustande, da der Skisprung-Weltmeister schon während seiner aktiven Zeit mit dem Unternehmen Ultrasports zusammenarbeitete, zu dem die Forschungsgruppe gehört. „Es kam mir natürlich zugute, dass ich schon eine Persönlichkeit im Sport war, ein gewisses Alter hatte und schon über eine Menge Medienerfahrung verfügte.“ Während seines Studiums arbeitete Alexander Herr außerdem als Athletiktrainer des Damenfußball-Bundesligisten SC Freiburg und gründete eine eigene Unternehmensberatung für Gesundheitsmanagement. Zudem war er noch als Gesundheitsberater für die Schwenninger BKK-Krankenkasse aktiv und hielt in dieser Funktion eine Vielzahl von Gesundheitsvorträgen. „Da auch das Wissen, welches uns während des Bachelor-Studiums vermittelt wurde, sehr aktuell und breit gefächert war, konnte ich in meiner täglichen Arbeit einen sehr guten Transfer von Theorie in die Praxis vornehmen.“ Die Kombination aus Arbeit und Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen konnte er ebenfalls sehr gut miteinander vereinbaren. So gut, dass er während seines Studiums noch einmal die Skier anzog und einen Comeback-Versuch wagte, um vielleicht doch noch auf den Zug zu den Olympischen Winterspielen 2010 nach Vancouver aufzuspringen. Dies sollte ihm zwar verwehrt bleiben, jedoch schaffte er 2010 seinen Studienabschluss und ging mit diesem Bachelor-Abschluss beruflich den nächsten Schritt. „Ich habe als Produktmanager eines großen amerikanischen Unternehmens aus der Medizinbranche gearbeitet. Das ist kein gewöhnlicher Weg mit diesem Studienabschluss, zeigt aber auf, was alles mit diesem Abschluss möglich ist. Profitiert habe ich während meiner beruflichen Tätigkeiten von den Inhalten verschiedener Studienmodule wie Trainingslehre, Vertrieb und Service, oder Marketing.“

Weg zurück in die Selbstständigkeit gegangen
Nach drei Jahren für seinen Arbeitgeber, der insgesamt 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, wuchs bei Alexander Herr der Wunsch, wieder als sein eigener Chef zu arbeiten. Durch seine Tätigkeit als Produktmanager in der Medizintechnik (physikalische Medizin), unter anderem für die Elektrotherapie, kannte er die Elektrostimulation schon im Detail. Das EMS-Personal Trainingskonzept schaute er sich dann bei einem ehemaligen Studienkollegen an und war davon überzeugt, dass dies auch in der Freiburger Region ein erfolgreiches Konzept sein könnte. Er hat erkannt, dass das Trainieren mit Reizstrom immer bekannter und beliebter wird und ergriff die Chance, das erste EMS-Studio „Trainingseffekt“ in Freiburg zu eröffnen. „2013 haben wir eröffnet, als EMS-Training in dieser Region noch komplett unbekannt war. Aber schon 2014 haben meine Frau und ich das zweite Studio im benachbarten Waldkirch eröffnet.“ Beide Studios laufen erfolgreich und der ehemalige Skispringer und seine Frau beschäftigen mittlerweile sechs Mitarbeiter und überlegen sogar in absehbarer Zeit ein drittes Studio zu eröffnen. Er beschäftigt bereits dual Studierende der Deutschen Hochschule, die ihre betriebliche Ausbildung in seinen Studios absolvieren. „Auch als Ausbilder bin ich vom Studium an der DHfPG überzeugt. Zurzeit suchen wir erneut dual Studierende, um uns als Geschäftsführer ein wenig zu entlasten. Sobald das dritte Studio eröffnet wird, würde ich mich sowieso aus der täglichen Studioarbeit rausnehmen und mich mehr um die administrativen und verwaltungstechnischen Aufgaben kümmern.“ Dann wird der ehemalige Skisprung-Weltmeister noch mehr Verantwortung in die Hände seiner dual Studierenden legen.

Mehr Infos zum EMS-Studio „Trainingseffekt“ unter http://www.trainingseffekt.de/