DHfPG News

Gemeinsames Forschungsprojekt von DHfPG und Kieser Training

Ein neues Forschungsprojekt, welches die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG in Kooperation mit der Kieser Training AG durchführt, beschäftigt sich mit den Effekten von Krafttraining nach dem Kieser Training-Konzept auf Rückenschmerzen nach Abschluss einer ambulanten oder stationären Heilbehandlung. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales subventioniert.

DHfPG forscht gemeinsam mit Kieser Training

Ausgangslage
Rückenschmerzen gehören zu den am häufigsten angegebenen Schmerzen in Deutschland. In repräsentativen Befragungen gaben 74 bis 85 % der Deutschen an, dass sie mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen hatten. 20,7 % gaben an, dass sie im letzten Jahr unter Rückenschmerzen litten, die mindestens drei Monate oder länger anhielten. Rückenschmerzen stellen für die Patienten eine Behinderung dar, die mit teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Körperfunktionen sowie der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und der sozialen Teilhabe (Partizipation) einhergeht wie z.B. Beeinträchtigungen im Berufsleben, Schmerzen, Fehlbelastungen und Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen, sensomotorischen Störungen, Veränderungen der Haltemotorik, Lähmungen, muskuläre Dysbalancen, Störungen des seelischen Gleichgewichts oder Bewegungs- und Belastungsangst.

Ziele des Forschungsprojekts
Das primäre Forschungsziel des Projekts zwischen Kieser Training und der DHfPG, welches vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales durch Fördermittel unterstützt wird, besteht in der Evaluation der Effekte eines tertiär-präventiven Krafttrainings nach dem Kieser Training-Konzept im Anschluss an eine medizinische Heilbehandlung bei Personen mit chronischen oder unspezifischen Rückenschmerzen hinsichtlich einer Verbesserung der Kraftfähigkeit, einer Verbesserung der Lebensqualität bzw. einer Reduktion von Alltagsbeeinträchtigungen, einer Reduktion der Intensität, Häufigkeit und Dauer von Rückenschmerzepisoden sowie einer Verbesserung der subjektiv empfundenen Arbeitsfähigkeit. Auf der Basis des Erkenntnisgewinns sollen Handlungsempfehlungen für ein tertiärpräventives Krafttraining für durch Rückenschmerzen behinderte Menschen oder von einer solchen Behinderung bedrohten Menschen abgeleitet werden. Dementsprechend werden die nachfolgenden übergeordneten Projektziele verfolgt, von denen die an der Intervention teilnehmenden Probanden direkt, und weitere potenzielle Rückenschmerzpatienten indirekt über eine Optimierung der Trainingsempfehlungen profitieren:

  • Verbesserung der Körperstruktur- und -funktion: Kräftigung der Stütz- und Haltemuskulatur der Wirbelsäule, Schulung der Alltags-, Freizeit- und Berufsmotorik, Schmerzlinderung und Schmerzbewältigung
  • Beschleunigung der Wiedereingliederung in das Berufsleben
  • Verbesserung der Aktivitäten und Partizipation: Entängstigung, Verbesserung der ADL’s sowie der Handlungskompetenz, Erhöhung der Compliance, Verbesserung des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins
  • Verbesserung der Umweltfaktoren: Förderung der Motivation und Vermittlung zu krankheitsangepasster körperlicher Aktivität, Verbesserung der Lebensqualität

Ablauf des Trainingsprogramms
Die Probanden absolvieren ein standardisiertes Trainingsprogramm, welches im Kieser Training-Konzept speziell für Kunden mit Rückenproblemen eingesetzt wird (LWS-Grundprogramm). Die Trainingsintervention besteht aus insgesamt 20 standardisierten Trainingseinheiten nach dem Kieser Training-Konzept. Pro Woche sollen die Probanden mindestens eine und maximal zwei Trainingseinheiten absolvieren.