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Gesundheitskompetenz in Betrieben stärken

Aufgrund einer Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Entwicklungen gewinnt Gesundheitskompetenz zunehmend an Bedeutung. Bei gleichzeitigem Anstieg der Lebenserwartung müssen immer mehr Menschen dauerhaft mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben. Zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz erarbeitete ein Expertenkreis Anfang dieses Jahres den „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“.

Richtiges Sitzen im Betrieb

Auch im Betrieb auf die Gesundheit achten

Insbesondere Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status sind früher und stärker von Krankheiten, vor allem von chronischen Erkrankungen, betroffen. Eine unzureichende Gesundheitskompetenz kann sich dabei sowohl auf das Verhalten als auch auf das Erkrankungsrisiko auswirken. Vor allem bei den sogenannten Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2 lässt sich ein Anstieg verzeichnen. Doch trotz voranschreitender Expansion verfügbarer Informationen und einem steigenden Angebot an niederschwelligen Präventionsmaßnahmen nehmen lebensstilbedingte Erkrankungen zu. Ein Mehr an Informationen bedeutet demnach nicht zwingend, dass die vorhandenen Informationen auch adäquat genutzt werden können.

Zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz wurde Anfang 2018 der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz erarbeitet. Inhalt sind 15 konkrete Empfehlungen, die auf die Förderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz abzielen. Zu den Handlungsfeldern gehören der Ausbau der Forschung, die Gestaltung eines nutzerfreundlichen Gesundheitssystems, der Aufbau eines gesundheitskompetenten Lebens mit chronischer Erkrankung sowie die Förderung der Gesundheitskompetenz in Lebenswelten und somit auch in Betrieben. 

In Deutschland sind derzeit mehr als die Hälfte der Menschheit erwerbstätig. Sie verbringen somit einen großen Teil ihrer Zeit in der Lebenswelt Betrieb. Bekanntermaßen kann sich eine gut gestaltete Arbeit positiv auf die Gesundheit auswirken. Doch nicht nur die gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen ist ein wichtiger Ansatzpunkt die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, auch die Förderung des gesundheitsgerechten Verhaltens der Beschäftigten spielt eine wesentliche Rolle. Entsprechend wichtig ist es daher, durch geeignete Strategien und Maßnahmen die persönliche Gesundheitskompetenz der Beschäftigten zu verbessern. Ein Mangel an Gesundheitskompetenz erschwert es Beschäftigten, ihre gesundheitlichen Anliegen am Arbeitsplatz wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen, die für ihre Gesundheit förderlich sind. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz sollte daher ein wichtiger Bestandteil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements werden.

Der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ gibt diesbezüglich die Empfehlungen, die

  • Förderung der Gesundheitskompetenz der Beschäftigten stärker als bisher in die bestehenden Angebote des BGM und der Arbeitssicherheit zu integrieren
  • durch Organisationsentwicklung und Veränderungen von sozialen sowie zeitlichen Prozessen und Abläufen die Gesundheitskompetenz aller Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz zu fördern und ihre aktive Mitwirkung zu intensivieren
  • die Führungskräfte in Unternehmen in ihrer Verantwortung für eine gesundheitskompetente Gestaltung der Arbeit zu unterstützen und sie für die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten in den herausfordernden Phasen des Berufsstarts, der Familiengründung, der beruflichen Umorganisation, der Pflege von Angehörigen und des Übergangs in den Ruhestand zu sensibilisieren
  • interne und externe Angebote zur kostenlosen Gesundheitsberatung einzurichten, die den Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich unabhängige Informationen, Rat und Unterstützung bei Belastungen, Überforderungen und Krankheiten einzuholen

Studienschwerpunkt BGM

Mit dem Studienschwerpunkt „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ im Rahmen der Master-Studiengänge Master of Arts Prävention und Gesundheitsmanagement sowie MBA Sport-/Gesundheitsmanagement erwerben Studierende die notwendigen Kompetenzen, ein qualitätsgesichertes und an den Bedürfnissen eines Unternehmens orientiertes BGM zu konzipieren und nachhaltig in ein Unternehmen zu implementieren.