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High-Intensity Interval Training (HIIT)

In den letzten Jahren erfreut sich eine hochintensive Trainingsform im Ausdauertraining zunehmender Beliebtheit. Das Hoch-Intensitäts Intervall Training, besser unter der engl. Bezeichnung „High-Intensity Interval Training“ (HIIT) bekannt, ist ein trainingsmethodischer Ansatz, der sich von den klassischen Trainingsmethoden im Ausdauertraining differenziert. Im Vergleich zum klassischen Intervalltraining werden beim HIIT keine „lohnenden Pausen“ zwischen den Intervallen eingeräumt. Die Intervallpausen sind hier u.U. deutlich kürzer. Bei relativ hohen Intervallbelastungen bis zu 95 % der maximalen Leistungsfähigkeit, stellt das HIIT somit eine hochgradig laktazide anaerobe Belastungsform dar.

High-Intensity Interval Training (HIIT)

Das Hoch-Intensitäts Intervall Training erfreut sich an zunehmender Beliebtheit

Das HIIT wird von einigen Experten als eine sehr effektive Ausdauertrainingsform zur Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness sowie der anaeroben und aeroben Kapazität angesehen. Verschiedene Studien konnten die präventiven Effekte des HIIT belegen. Die Arbeitsgruppe von Tremblay et al. (1994) konnte zeigen, dass die Versuchspersonen, die ein HIIT über einen Zeit-raum von 15 Wochen absolvierten, einen deutlich höheren subkutanen Fettverlust erzielten als die Vergleichsgruppe, die 20 Wochen nach der kontinuierlichen Dauermethode trainierte. Eine Erklärung des Wirkungsmechanismus liegt in der erhöhten Sympathikusaktivität und der daraus resultierenden gesteigerten Nachverbrennung (erhöhte Sauerstoffaufnahme nach Belastung = „Excess Post-Exercise Oxygen Consumption“, kurz EPOC) nach solchen hochintensiven Trainingseinheiten. Musa et al. (2009) konnten eine Verbesserung des Blut-Lipidprofils bei jungen Männern durch HIIT nachweisen. Astorino et al. (2012) konnten signifikante Verbesserungen der VO2max und des O2-Puls durch HIIT nachweisen. Auch Ziemann et al. (2011) konnten signifikante Verbesserungen VO2max durch ein HIIT beobachten. Greeley et al. (2013) sowie Mancilla et al. (2014) betonen die gesundheitsfördernden Effekte des HIIT im Kontext des metabolischen Syndroms.

Die aktuelle Studienlage spricht folglich für die gesundheitsprotektiven Effekte und somit für den Einsatz des HIIT auch im gesundheitsorientierten Ausdauertraining. Die Studienlage zu einer Trainingsmethode ist eine Sache, die Praxistauglichkeit jedoch eine ganz andere. In Studien werden i.d.R. lediglich die Bruttoeffekte einer Trainingsmethode erhoben, d.h. die messbaren Trainingseffekte. Schwierig zu quantifizieren sind jedoch die Nebenwirkungen, die durch hoch intensive Trainingsmethoden bei langfristiger Anwendung auf den Organismus einwirken. Hochintensives Training führt zu deutlich höheren orthopädischen und kardiovaskulären Belastungen. Diese hohen Belastungen können im Laufe der Zeit nicht kalkulierbare Nebenwirkungen auslösen. Die Bruttoeffektivität abzüglich der Nebenwirkungen ergibt die Nettoeffektivität. Die Nettoeffektivität repräsentiert den langfristig erzielbaren gesundheitlichen Nutzen einer Trainingsmethode oder Trainingsform. Sind die Nebenwirkungen einer Trainingsintervention hoch, dann schränkt dies die Nettoeffektivität, sprich den langfristig erzielbaren gesundheitlichen Nutzen ein. Empirische Daten zu Nebenwirkungen eines HIIT in der Langzeitanwendung existieren nicht. Insofern kann über die Praktikabilität dieser Trainingsmethode sowie über ihren langfristig erzielbaren gesundheitlichen Nutzen im Fitness- und Gesundheitssport nur spekuliert werden. Auffällig bei Studien zum HIIT sind jedoch die teilweise relativ hohen Drop-out-Quoten bei den Probanden. Dies könnte durchaus als Indiz für die eingeschränkte Praxistauglichkeit des HIIT für Fitness- und Gesundheits-Sportler interpretiert werden. Ob ein HIIT im Fitness- und Gesundheitssport sinnvoll ist, kann daher nur im Individualfall unter Berücksichtigung des aktuellen Gesundheits-, Leistungs- und Motivationszustands des Sportlers entschieden werden, unabhängig davon, was die aktuelle Studienlage zur Effektivität des HIIT aussagt.

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