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Mentale Vorbereitung auf den Bundesliga-Start

Morgen soll die Bundesliga wieder starten – Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe der deutschen Nationalmannschaft und Professor an der DHfPG, sprach im Interview mit der Sportschau über die Bedeutung der mentalen Vorbereitung.

 

Leere Stadien sind für die Fußballprofis zwar ungewohnt, allerdings nichts Neues. Es gibt jedoch Spieler, die erst mit Publikum aufblühen. Andere kommen wahrscheinlich erst mit der Zeit in den Wettkampfmodus und einige geben unabhängig von den Bedingungen immer Vollgas, meint Hermann. "Vielleicht gibt es sogar noch eine vierte Kategorie, wenn es auch nur wenige betreffen mag: Spieler, die weniger Druck empfinden, weil kaum Publikum anwesend ist und dadurch vielleicht sogar befreiter spielen."

Bei den zuschauerfreien Bundesligaspielen müssen die Spieler aber verinnerlichen, dass trotzdem Millionen vor den Fernsehern zuschauen. Der Sportpychologe geht allerdings davon aus, dass nur die relativ unbekannte Situation und das Nichtwissen über die aktuelle Leistungsfähigkeit zusätzlichen Stress bedeuten kann. "Die verbliebenen Spieltage werden Geschichte schreiben. Sie sind wie eine eigene verkürzte Saison mit bislang erspielten Startplätzen."

Stellt sich nur die Frage, ob sich die Unterbrechung auch darauf auswirkt, dass eine Mannschaft vor der Zwangspause einen guten bzw. schlechten Lauf hatte. "Speziell für die Mannschaften aus dem unteren Bereich bietet diese Pause die große Chance - bildlich gesprochen - auf Reset zu drücken und für diese neun Spiele einen speziellen Teamspirit zu erarbeiten", so Hans-Dieter Hermann. Gerade im sportpsychologischen Bereich haben sich daher einige Vereine personell gezielt verstärkt. "Es wird spannend bleiben. Die Bundesliga zaubert auch zu normalen Zeiten immer wieder verblüffende Ergebnisse hervor, vor allem zu Beginn einer Saison. Und in gewisser Weise sind die kommenden Spiele auch wieder ein Anfang."

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