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Mit der Master-Thesis zum Nachwuchsinnovationspreis im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Nicole Gordt, Absolventin des „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG, hat mit ihrer Master-Thesis den Nachwuchsinnovationspreis 2017 des Bundesverbandes Betriebliches Gesundheitsmanagement e. V. (BBGM) gewonnen. Dafür erstellte sie ein „Arbeitsplatzkataster zur Identifizierung von geeigneten Produktionsarbeitsplätzen zur Um- und Versetzung von Mitarbeitern bei der Firma Hettich“, welches sich nachhaltig im Unternehmen etabliert hat.

Nicole Gordt, Gewinnerin BBGM-Nachwuchsinnovationspreis 2017

Nicole Gordt mit Kristin Hunsicker (DHfPG)

Neben dem Master-Abschluss auch noch den Nachwuchspreis in der Tasche

Neben dem Master-Abschluss auch noch den Nachwuchspreis in der Tasche

Durch die Mitbewohnerin zum Master-Studium gekommen
Schon während ihres Bachelor-Studiums Gesundheitsmanagement entdeckte Nicole Gordt ihre Begeisterung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). „Gegen Ende meines Bachelor-Studiums konnte ich bei Dr. Oetker in Wittlich erste praktische Erfahrung in diesem Bereich sammeln. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass BGM eine echter Zukunftsmarkt ist und ich mich dort auch beruflich sehe.“ Da im Bachelor-Studium keine Schwerpunktwahl möglich war und sich Nicole Gordt auch persönlich weiterbilden und weiter qualifizieren wollte, strebte sie ein Master-Studium an. „Während meines Praktikums in Wittlich lebte ich zur Zwischenmiete in einer WG in Trier. Meine Mitbewohnerin studierte damals den Master-Studiengang Prävention und Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Was sie mir berichtete, weckte sofort mein Interesse“, erinnert sie sich. „Da es sich um ein Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen handelt, konnte ich meinem Wunsch nachgehen, schon während des Master-Studiums weiter Berufserfahrung im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu sammeln.“

Individuelle Schwerpunktwahl als großes Plus
Der Master-Studiengang Prävention und Gesundheitsmanagement an der DHfPG bot noch weitere Vorteile. „Ich hatte die Möglichkeit zwei aus insgesamt 14 zur Verfügung stehenden Studienschwerpunkten zu wählen. Die Entscheidung fiel mir dabei mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement sowie Stressmanagement recht leicht. Auch Stressmanagement ist ein Zukunftsthema, welches bei den steigenden psychischen Belastungen und Erkrankungen an Bedeutung gewinnt.“ Während des Studiums war es für die engagierte 26-Jährige möglich, zusätzliche Berufserfahrung zu sammeln. Fortan war sie im ganzen Bundesgebiet unterwegs, arbeitete neben ihrem Fernstudium unter anderem mehrere Monate bei Fraport Cargo Services in Frankfurt und bei den tesa Werken in Hamburg. „Bei tesa habe ich unter anderem einen Gesundheitszirkel entwickelt. Dabei konnte ich meine neu erlernten Kompetenzen aus dem Master-Studium direkt in der Praxis umsetzen. Außerdem habe ich Workouts, z.B. zur progressiven Muskelentspannung, durchgeführt.“ Doch Nicole Gordt war sich nicht sicher, ob sie die Arbeit in einem Industrieunternehmen oder in einem Dienstleistungs- oder Beratungsunternehmen mehr anspricht. „In einem Industrieunternehmen kann man natürlich Projekte aufbauen, etablieren und kontinuierlich weiterentwickeln. Bei einem Beratungsunternehmen wiederum lerne ich verschiedene Unternehmen kennen und kann diese betreuen, was die Arbeit sehr abwechslungsreich gestaltet.“ Aus diesem Grund arbeitete sie auch noch bei der B.A.D. GmbH, einem großen Beratungsunternehmen für Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik, am Standort in Mannheim.

Master-Thesis bei einem weltweit agierenden Unternehmen
Neben den Tätigkeiten hatte Nicole Gordt genug Zeit, sich mithilfe der zugesandten Studienunterlagen auf ihre Präsenzphasen vorzubereiten, die sie alle vier bis sechs Wochen für wenige Tage am Studienzentrum der DHfPG in Saarbrücken besuchte, unweit ihrer Heimat Mannheim. „Man braucht natürlich eine gewisse Selbstdisziplin, um regelmäßig zu lernen. Ich habe die Möglichkeit genutzt, um mich in den jeweiligen Universitätsbibliotheken in Frankfurt, Hamburg oder auch Mannheim, auf die Präsenzphasen vorzubereiten. Es wirkte auf mich motivierend mit anderen Studenten zusammen in einem Raum zu lernen, aber das ist auch irgendwie eine Typfrage. Prinzipiell ist es ein Vorteil, selbstbestimmt zu lernen, wann und wo man möchte“, führt sie aus. Für ihre Master-Thesis machte sich Nicole Gordt auf die Suche nach einer geeigneten Stelle, bei der sie ihre Thesis mit einer Projektarbeit verbinden konnte und wurde bei der Firma Hettich fündig. Hettich gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Möbelbeschlägen. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in der ostwestfälischen Stadt Kirchlengern, welches auch der Arbeitsort der Master-Studierenden wurde. Es sollte der Beginn einer Erfolgsgeschichte sein, die am Ende sogar preisgekrönt wurde.

BGM-Projekt als Master-Thesis begeistert Führungskräfte
Der demographische Wandel und dadurch resultierende erhöhte Krankenstände haben auch bei Hettich Einzug gehalten, gerade im Bereich der Produktion. Mit ihren durch das Master-Studium erlernten Kompetenzen, gepaart mit den praktischen Erfahrungen, konnte Nicole Gordt im Rahmen ihrer Master-Thesis ein Excel-gestütztes Arbeitsplatzkataster entwickeln, welches den Profilabgleich zwischen Arbeitsplatzanforderungen und Mitarbeiterfähigkeiten auf Grundlage identischer Kriterien ermöglicht. Ein Bewertungssystem identifiziert diejenigen Arbeitsplätze, um Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen fähigkeitsgerecht zu versetzen. „Meine Master-Thesis basiert methodisch auf der Auswertung von Interviews, der Dokumentenanalyse von Gefährdungsbeurteilungen und Fähigkeitsprofilen. Auch hier konnte ich von Beginn an von meinen Studieninhalten profitieren, angefangen mit dem Führen von Interviews bis hin zur Qualitätsentwicklung und Evaluation.“ Das Projekt war ein voller Erfolg, fand Anklang bei Betriebsrat, Führungskräften und der Personalabteilung. Darum „lebt“ das Projekt bis heute und ist in der Produktion in Kirchlengern nicht mehr wegzudenken.

Nachwuchsinnovationspreis für nachhaltiges BGM-Projekt gewonnen
Da das Projekt intern so gut anlief und die 26-Jährige bereits von der Verleihung eines Nachwuchsinnovationspreises durch den Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement wusste, fasste sie den Entschluss, sich für diese Auszeichnung zu bewerben. „Ich musste dafür meine Master-Thesis von 99 auf zehn Seiten kürzen, was eine echte Herausforderung war.“ Doch diese Arbeit sollte sich auszahlen. Das Projekt mit dem Titel „Arbeitsplatzkataster zur Identifizierung von geeigneten Produktionsarbeitsplätzen zur Um- und Versetzung von Mitarbeitern bei der Firma Hettich“ überzeugte die Fachjury komplett und die Absolventin des „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement wurde zur Siegerin 2017 gekürt. „Als ich davon erfahren habe, konnte ich es gar nicht glauben. 30 oder 40 Bewerbungen mit anderen tollen Projekten sind eingegangen und ausgerechnet meins hat gewonnen“, beschreibt sie ihre Glücksgefühle. Mit dem Master-Abschluss der DHfPG und dem Nachwuchspreis in der Tasche blickt sie nun in eine erfolgreiche berufliche Zukunft in ihrem favorisierten Bereich, dem BGM.