DHfPG News

Studie belegt deutlichen Rückgang der Bildungsqualität

Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Studie „Bildungsmonitor 2018“ erstmals nahezu bundesweit Rückschritte. Die Ursachen dafür kennt Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, der zugleich Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie ist.

Prof. Dr. Axel Plünnecke - Institut der deutschen Wirtschaft

Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke

Die leistungsfähigsten Bildungssysteme haben laut Bildungsmonitor 2018 der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) Sachsen, Thüringen und Bayern gefolgt von Baden-Württemberg, Hamburg und dem Saarland. Gegenüber dem Vorjahr konnten sich nur Schleswig-Holstein und Berlin im Ranking des INSM-Bildungsmonitors verbessern. Berlin ist erstmals seit 10 Jahren nicht mehr Schlusslicht, sondern belegt den 13. Platz.

Im erstmals vertieft untersuchten Bereich „Digitalisierung“, zeigt sich im internationalen Vergleich, dass Deutschland bei der Computernutzung an Schulen, bei den IT-Kompetenzen der Schüler und bei der Forschung Nachholbedarf hat. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, ein qualitativ differenziertes Bild mit Stärken in Bayern und Baden-Württemberg und Schwächen in Schleswig-Holstein und den neuen Ländern – mit Ausnahme Thüringens.

Bereits im INSM-Bildungsmonitor des Vorjahres wurde deutlich, dass eine Reformagenda für das Bildungssystem notwendig ist. Die Reformagenda deckte einen Mehrbedarf an Bildungsinvestitionen von 12 Milliarden Euro jährlich auf. Dieses Geld sollte zielgerichtet zur Gestaltung der Digitalisierung und zur Sicherung von Teilhabechancen eingesetzt werden. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) untersucht, inwieweit die Bundesländer Bildungsarmut reduzieren, zur Fachkräftesicherung beitragen und Wachstum fördern.

Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke vom IW erklärt, dass die Pläne der Bundesregierung im Koalitionsvertrag und die Aktivitäten der Länder zwar in die richtige Richtung zeigen, aber nicht ausreichen. In einer Pressemitteilung des INSM empfiehlt der Studienleiter, der außerdem als Dozent an der DHfPG/BSA-Akademie tätig ist, dass  keine Energien in Strukturdebatten verloren gehen sollten. Die Kräfte sollten auf die Sicherung des Lehrkräftebedarfs, die differenzierte Zuweisung von Ressourcen über einen Sozialindex und die qualitativ hochwertige Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen konzentriert werden.

Alle Ergebnisse des Bildungsmonitors 2018 unter www.insm-bildungsmonitor.de