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Studie: Ernährungsumstellung statt Medikamente bei Diabetes

Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an der "Zuckerkrankheit" Diabetes mellitus - und noch einmal sieben Millionen haben Diabetes, ohne es zu wissen. Die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 bedeutet hierzulande noch oft, ein Leben lang Tabletten einnehmen oder gar Insulin spritzen zu müssen. Eine neue Studie aus England belegt, dass Diabetes mit einer Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion genauso gut behandelt werden kann wie mit Medikamenten, berichtete kürzlich der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Ernährungsexperten immer gefragter

Die Nachfrage an Ernährungsexperten wächst

Der Studie nach könnte jeder zweite Typ-2-Diabetiker in Deutschland ohne Medikamente auskommen, wenn er ernährungsmedizinisch und psychologisch betreut würde - doch das wird selten von den Kassen bezahlt. Experten bemängeln, dass in Deutschland lieber die Langzeitfolgen von Diabetes behandelt würden, statt frühzeitig mit intensiver Betreuung gegenzusteuern.

Die englische Studie belegt, dass Diabetes mit einer Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion genauso gut behandelt werden kann wie mit Medikamenten. Der Krankheitsverlauf kann demnach sogar umgekehrt werden. Für die Studie wurden die Teilnehmer auf eine radikale Diät gesetzt: Drei Monate lang nahmen sie nur Nährstoffshakes zu sich, knapp 900 Kalorien am Tag. Zusätzlich wurden sie psychologisch betreut, zu Bewegung angeleitet und bekamen eine Ernährungsberatung. Die Tabletten gegen Diabetes wurden abgesetzt. Das Ergebnis: Je kürzer die Teilnehmer an Diabetes Typ 2 litten und je mehr sie abgenommen hatten, desto größer war ihr Erfolg. Teilnehmer, die bis zu sieben Kilogramm abgenommen hatten, hatten eine Chance von sieben Prozent, ganz auf Diabetes-Medikamente verzichten zu können. Wer mindestens 15 Kilogramm abgenommen hatte, hatte eine 86-prozentige Chance, dieses Ziel zu erreichen.

Essgewohnheiten dauerhaft verändern
Experten empfehlen Diabetikern eine Ernährungstherapie oder zumindest eine Ernährungsberatung: Zuerst werden dabei die bisherigen Ernährungsgewohnheiten analysiert. Bei einer modernen Ernährungsumstellung wird im Gegensatz zu einer Diät nur so wenig wie möglich an den Essgewohnheiten verändert - das ermöglicht dauerhaften Erfolg. Wichtig zum Abnehmen und Sattwerden ist Eiweiß: Es sättigt, macht Durst und fördert den Muskelaufbau. Deshalb muss es über den Tag verteilt zu jeder Hauptmahlzeit richtig dosiert sein. Essen wir zu viel, wird der Überschuss ins Fett eingelagert. Essen wir zu wenig, werden wir nicht satt genug. Der Hauptbestandteil der Mahlzeiten sollte so viel Gemüse wie möglich sein, außerdem sollten Nüsse als perfekte Eiweißquelle und Pilze auf dem Speiseplan stehen. Besonders gut für Diabetiker sind auch Pistazien: Sie können den Blutzucker um 0,4 Prozent senken. Fleisch sollte nur selten auf den Tisch kommen, raten Ernährungsmediziner.

Nach dem Abspecken das Gewicht halten
Nach dem Abspecken ist es das oberste Gebot, das Gewicht zu halten. Darum sollten nicht zu viele Kohlenhydrate gegessen werden. Denn Kohlenhydrate aus Brot, Süßem oder Obst werden im Körper in Glukose umgewandelt, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Kohlenhydrate sind außerdem Brennstoff und werden als Fett eingelagert, wenn man sich zu wenig bewegt und seine Ernährung nicht daran anpasst. Je mehr man sich bewegt, desto mehr Kohlenhydrate dürfen auf den Teller.

Früherkennung ist wichtig
Menschen mit erhöhten Risikofaktoren wie einem Alter über 40 Jahre, deutlichem Übergewicht oder Diabetes in der Familie, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Ein Zuckertest für wenige Euro hilft, einen Diabetes früh zu erkennen.

Bedarf an Ernährungsspezialisten wächst
Die hohen Zahlen an erkrankten Personen zeigen unter anderem auf, dass qualifiziertes Personal aus dem Ernährungsbereich dringend benötigt wird. Der Studiengang zum Bachelor of Arts Ernährungsberatung der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement qualifiziert zum Ernährungsspezialisten, der gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten wissenschaftlich fundiert vermittelt und durch Bewegungsprogramme und psychologische Strategien stabilisiert. Absolventen bestimmter Studienabschlüsse (u. a. Bachelor of Arts Fitnessökonomie) der DHfPG haben außerdem die Möglichkeit, die „Fachqualifikation Diabetes“ zu erwerben.

Alle Infos zum Bachelor of Arts Ernährungsberatung