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Unser neuronales Belohnungssystem – Motivator unseres Handelns

Kennen Sie das: Sie sind fest entschlossen, die Finger von der Pralinenschachtel zu lassen oder die Chips-Tüte auf dem Couchtisch zu ignorieren? Sie halten auch tapfer durch, doch kaum sehen Sie einen Freund diese kleinen Köstlichkeiten naschen, entsteht plötzlich ein brennendes Verlangen nach der schmackhaften Praline oder dem Griff in die Chips-Tüte.

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Widerstand ist zwecklos, zumal die verbotenen Leckereien umso verführerischer zu werden scheinen, je länger Sie versuchen, ihnen zu widerstehen. Und ist dann die Praline erst einmal genascht, stellt sich ein Gefühl des Glücks und der Freude ein.

Unser Verlangen und die Aussicht auf Belohnung motivieren uns also zum Handeln. Dafür sorgt das sogenannte neuronale Belohnungssystem in unserem Gehirn. Entdeckt wurde dieses 1954 zufällig von den US-amerikanischen Forschern James Olds und Peter Milner. Sie pflanzten Ratten eine Elektrode ins Gehirn. Drückten die Ratten einen Hebel, so verpassten sie sich durch diese Elektrode selbst einen Stromschlag. Die Selbststimulation im Gehirn wurde von den Ratten als angenehm, d. h. als Belohnung empfunden, was dazu führte, dass der „Glückshebel“ immer wieder gedrückt wurde – bis zur völligen Erschöpfung. Alle anderen Aktivitäten wie Fressen oder Schlafen wurden aufgegeben.
Dabei ist der Hauptakteur unseres Belohnungssystems der Neurotransmitter Dopamin, welcher auch häufig als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Forscher konnten nachweisen, dass die Ausschüttung von Dopamin nicht nur mit der Belohnung an sich, sondern auch mit der Belohnungserwartung verbunden ist, d. h. bereits der Anblick unseres genüsslich kauenden Freundes aktiviert das dopaminerge System und generiert ein tiefes Verlangen nach der Praline oder den Chips. Es geht also nicht nur um die Freude am Naschen der Köstlichkeit selbst, sondern auch um die Antizipation, dass es uns Freude bereiten könnte.

Dieses Prinzip der neuronalen Belohnung liegt auch der Suchtentwicklung und -aufrechterhaltung zugrunde, denn Drogen setzen direkt im Gehirn an und führen dort zu einer Steigerung der Dopamin-Ausschüttung. Da Drogen unser Belohnungszentrum bis zu zehnmal intensiver stimulieren als etwa Pralinen oder Chips, stellen sie einen gefährlichen Motivator dar. Doch nicht nur Drogen, sondern auch andere Dinge wie Erfolgserlebnisse bei der Arbeit, im Sport oder bei Computerspielen, können das Belohnungssystem aktivieren und süchtig machen.

Psychologie des Gesundheitsverhaltens als Studienmodul
Mehr über dieses Thema erfahren Studierende im Rahmen des dualen Studiums Bachelor of Arts Gesundheitsmanagement im Studienmodul „Psychologie des Gesundheitsverhaltens“. Im Anschluss können die Studierenden unter anderem die Ansätze und Aufgaben der Psychologie im Themenfeld Gesundheit nennen und erklären, sind in der Lage, Strategien zur Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens praktisch umzusetzen.

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