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Vom „Wischer“ zum Ansprechpartner für die Profis

Fabian Höer ist seinem Basketballverein, dem Mitteldeutschen BC, bereits seit 2004 verbunden. Als Kind begann er als „Wischer“, die in den Spielunterbrechungen den Boden von Schweiß befreien. Heute ist der 23-Jährige, der kurz vor Abschluss seines dualen Bachelor-Studiums der Fitnessökonomie steht, unverzichtbarer Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des ehemaligen Erstligisten und will seinen Teil dazu beitragen, dass der Wiederaufstieg in die 1. BBL gelingt.

Fabian Höer konnte sein Hobby zum Beruf machen

Selbst aktiv beim Oberligisten SSV Einheit Weißenfels

Das Team vom SSV Einheit Weißenfels

Zeitungsartikel aus der "Mitteldeutschen Zeitung"

Basketball von Kindesbeinen an großer Lebensinhalt
Basketball war schon immer das große Hobby von Fabian Höer. Seit mittlerweile 16 Jahren ist er selbst aktiv, spielt in seinem Geburtsort beim Oberligisten SSV Einheit Weißenfels erfolgreich als Pointguard. Schon im Kindesalter stand er bei den Spielen des Mitteldeutschen BC, dem Profiverein in der Region, am Spielfeldrand. Damals war er noch einer der Wischer, deren Aufgabe es ist, bei den Heimspielen den Schweiß vom Parkett zu wischen, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Die Verbundenheit zur Sportart und zum Verein wurde auch in seiner Teenager-Zeit nicht weniger und so ging er nach dem Abitur einen für seine berufliche Zukunft entscheidenden Schritt: „Ich habe mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden. Durch meine vorhandenen Kontakte zum Mitteldeutschen Basketball Club konnte ich dort mein FSJ absolvieren“, erinnert sich der gebürtige Weißenfelser. „Während dieses Jahres war ich meist auf der Trainingsfläche eingesetzt. Da ich über eine Trainer-Lizenz verfüge und man mir nachsagt, ich könne gut mit Kindern umgehen, wurde ich als Trainer im Nachwuchsbereich eingesetzt. Ich habe in dieser Zeit verschiedene Mannschaften, von der U8 bis zur U16 trainiert und war auch an Arbeitsgemeinschaften unseres Vereins mit Grundschulen in der Region beteiligt“, fasst er zusammen. Nach dem FSJ machte sich der Basketballer erneut Gedanken über seine Zukunft. Zunächst strebte er ein Vollzeitstudium der Sportwissenschaften an der Universität in Leipzig an. Doch eine Sportverletzung verhinderte seine Teilnahme am Sporteignungstest. Der Mitteldeutsche BC (MBC), der längst sein Potenzial und Engagement für den Verein entdeckte, beschäftigte ihn daraufhin weiter und bot ihm ein bezahltes Praktikum an. „In dieser Zeit habe ich in alle Arbeitsbereiche des Vereins reinschnuppern dürfen. So lernte ich auch die Abläufe im Marketing und Sponsoring sowie in der Geschäftsstelle kennen.“ Zu dieser Zeit wusste der damalige Abiturient noch nicht, dass dies in naher Zukunft auch Teil seines Aufgabengebiets sein wird.

Durch die Schwester vom dualen Studium erfahren
Die Schwester von Fabian Höer erzählte ihm noch während seines Praktikums vom dualen Studienangebot der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG. Das brachte ihn auf eine Idee. „Ich bin daraufhin auf den Mitteldeutschen BC zugegangen und habe nachgefragt, ob sie sich vorstellen können, der Ausbildungsbetrieb für mein duales Studium zu sein“, erinnert er sich. Seine Initiative sollte sich auszahlen. Der Verein war sofort einverstanden, auch weil es genug Aufgaben gab, die Fabian Höer übernehmen konnte. So begann der damals 20-Jährige sein duales Bachelor-Studium, wobei er sich für den Studiengang der Fitnessökonomie entschied. Da er schon vor dem Studium Erfahrung in der Vereinsarbeit des MBC sammelte, bekam er von Anfang an verantwortungsvolle Aufgaben übertragen. Er wurde in der Geschäftsstelle eingesetzt und übernahm weitere kreative Aufgaben. „Die Basketball-Liga bestimmte beispielsweise, dass die Vereine ihre Spiele immer filmen sollten. Ich übernahm diese Aufgabe und produzierte die Filme unserer Spiele, um sie danach auch zu schneiden. Andere Vereine beauftragen dafür Agenturen, diese Möglichkeiten haben wir als kleinerer Verein allerdings nicht. So eignete ich mir die dafür nötigen Kenntnisse selbst an. Noch heute filme ich die Pressekonferenzen nach den Spielen und auch die Interviews mit den Spielern“, beschreibt er. Diese Aufgabe bereitete ihm von Anfang an großen Spaß und sein Aufgabengebiet wuchs mit der Zeit immer weiter. „Ich gestalte Plakate und Flyer, bin für die Startseite unserer Homepage verantwortlich und für den Social Media-Auftritt bei Facebook“, führt er aus. Dabei kann er das Gelernte aus dem Studium, zum Beispiel aus dem Modul Marketing, ideal in seine tägliche Arbeit einfließen lassen.

Kurze Anfahrtswege zu Präsenzphasen
35 Stunden in der Woche ist der Fitnessökonomie-Studierende für seinen Verein tätig. Alle vier bis sechs Wochen besucht er die Präsenzphasen seines dualen Fernstudiums am Studienzentrum der DHfPG in Leipzig. „Für die Vorbereitung auf die Präsenzphasen oder für Klausuren gibt mir der Verein die nötige Zeit. Ich bereite mich dann entweder nach der Arbeit von Zuhause aus oder im Büro auf der Arbeit auf die Präsenzphasen vor. Das Studienzentrum in Leipzig liegt nur 30 bis 40 Minuten Fahrzeit entfernt“, fasst Fabian Höer zusammen. Dadurch, dass die DHfPG über zehn Studienzentren im Bundesgebiet verfügt, sind die Anfahrtswege für die Studierenden zu den Präsenzphasen überschaubar. „Zwischen den Studierenden herrscht ein freundschaftliches Verhältnis. Wir tauschen uns regelmäßig über eine WhatsApp-Gruppe aus, in der fast jeder aus meiner Studienklasse drin ist. Am Anfang musste ich mich in den Rhythmus aus Arbeit beim Ausbildungsbetrieb und dem Lernen für das Studium reinfuchsen. Aber da mir der Verein entgegen kommt und mir keine Steine in den Weg legt, habe ich schnell Wege gefunden, mich gut zu organisieren“, führt er aus.

Immer mehr Verantwortung übernommen
Im Laufe des Studiums konnte Fabian Höer immer mehr Studieninhalte, gerade auch aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich, in der täglichen Arbeit auf der Geschäftsstelle anwenden. Neben administrativen Aufgaben, die in der täglichen Vereinsarbeit anfallen, ist er auch immer wieder mit verschiedenen Behörden in Kontakt. „Mittlerweile bin ich auch hauptverantwortlich für das Wohlergehen unserer Spieler. Als Profiverein verfügen wir immer über ausländischer Akteure, meist aus den USA. Ich übernehme für sie alle behördlichen Angelegenheiten. Das reicht von der Beantragung der Aufenthaltserlaubnis, über die Abstimmung mit der Arbeitsagentur und der Ausländerbehörde sowie die Meldung beim Einwohnermeldeamt. Am Anfang waren diese Abläufe noch eine Herausforderung für mich, heute bin ich schon etwas erfahrener“ resümiert er. „Ich begleite unsere Profis zu Terminen, zum Beispiel für die Presse, oder lasse die Wohnungen regelmäßig instand halten, die wir für sie zur Verfügung stellen. Ich bin praktisch in vielen Bereichen der erste Ansprechpartner für unsere Profis“, führt er aus. Doch auch die Arbeit als Trainer hat er nicht aufgegeben und hilft inzwischen als Übungsleiter dort aus, wo Bedarf herrscht. Dank vorhandener Trainerlizenz und neuester trainingswissenschaftlicher Fachkenntnisse aus dem Bachelor-Studium sind die Kinder bei ihm gut aufgehoben. „Ich mache das gerne, für mich ist es auch eine willkommene Abwechslung.“

Perspektive im Verein nach Bachelor-Abschluss
Fabian Höer steht inzwischen kurz vor seinem Studienabschluss und schreibt seine Bachelor-Arbeit über das Thema: „Einsatz von Social Media in Basketball-Vereinen am Beispiel des Mitteldeutschen Basketball Clubs“. „Dafür habe ich bereits eine Umfrage mit 30 Erst- und Zweitliga-Vereinen durchgeführt. Gerade jetzt in der Saisonvorbereitung ist dies eine intensive Zeit für mich“, gibt er zu. Doch die Arbeit beim MBC macht ihm großen Spaß und durch sein Engagement ist der Verein wohl auch guten Willens, den 23-Jährigen nach erfolgreichem Abschluss zum „Bachelor of Arts“ Fitnessökonomie weiter zu beschäftigen. Und dies, obwohl der Club vor wenigen Monaten den bitteren Gang aus der ersten in die zweite Liga antreten musste. „Wir haben bereits erste Gespräche geführt, die auch ganz gut verliefen. Ich könnte weitere Aufgabenfelder übernehmen, beispielsweise auch im Controlling. Unser Verein wächst und wir wollen auch weiter in allen Bereichen professionell und erstligareif aufgestellt bleiben“, blickt er voraus. „Ich kenne die Abläufe, gehöre mittlerweile zu den dienstältesten Mitarbeitern in der Geschäftsstelle. Ich denke, dass beide Seiten wissen was sie voneinander haben. Ich würde gerne weiter bei unserem großen Ziel behilflich sein, den direkten Wiederaufstieg in die 1. BBL zu schaffen.“ Fabian Höer selbst hat seinen persönlichen Aufstieg längst erreicht. Als „Wischer“ angefangen, hat sich der zukünftige Bachelor-Absolvent zu einem zuverlässigen, vielseitig einsetzbaren Mitarbeiter in der täglichen Vereinsarbeit entwickelt.