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Weltkrebstag 2016: Sport und Bewegung in der Krebsnachsorge

Das Thema „Krebs“ gewinnt nicht nur wegen der weiterhin leicht ansteigenden Neuerkrankungsrate an Bedeutung, sondern auch, weil immer mehr Menschen aufgrund von verbesserten Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten erfolgreich behandelt werden können. Dadurch wächst die Zahl der ehemaligen Krebsbetroffenen stetig.

Sport und Bewegung bei Krebs

Sport und Bewegung sollte aber nicht nur im Rahmen der Krebsnachsorge, sondern auch während einer Erkrankung sowie deren Behandlung eine wichtige Rolle zur Aufnahme und Aufrechterhaltung eines aktiven Lebensstils spielen.

Körperliche Aktivität in fast allen Stadien der Erkrankung möglich

Ist eine Krebsdiagnose gestellt, so gilt es ebenfalls als nachgewiesen, dass körperliche Aktivität in fast allen Stadien der Erkrankung möglich, sicher und vor allem auch empfehlenswert ist. In der Therapie- und Rehabilitationsphase können durch gezielte bewegungstherapeutische Maßnahmen zahlreiche krankheits- und therapiebedingte psychosoziale Symptome, wie z. B. Fatigue (krebsbedingte Müdigkeit), depressive Episoden oder Schlafstörungen, positiv beeinflusst werden. Auf körperlicher Ebene ist es darüber hinaus wichtig, die häufig reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit gezielt zu fördern. Die Verbesserung von Muskelkraft und Ausdauer wie auch Reduktion von Bewegungseinschränkungen sind für viele Patienten von großer Bedeutung, um die Anforderungen des Alltags (z. B. Treppensteigen, Wege zu Fuß oder auch Haushaltsarbeiten) besser oder überhaupt bewältigen zu können. In vielen Rehabilitationseinrichtungen gehört daher die sporttherapeutisch angeleitete medizinische Trainingstherapie (MTT), im Sinne eines vorrangig gerätegestützten Trainings zur Verbesserung der Kraft- und Ausdauerleistungsfähigkeit, zu einem wichtigen Eckpfeiler im Therapiekonzept.

Steigender Bedarf an Trainingskonzepten
Genauso kann regelmäßige körperliche Aktivität nach einer überstandenen Krebserkrankung das Wohlbefinden und die individuelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen steigern, die oftmals vorhandene chronische Müdigkeit reduzieren und möglicherweise das Risiko für eine Wiedererkrankung senken. Bislang gibt es jedoch kaum wohnortnahe Programme, die speziell auf die gesundheitlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Krebsüberlebenden ausgerichtet sind.

Kursprogramm „Aktiv leben nach Krebs“
Gemeinsam mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg entwickelte die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG das evidenzbasierte 8-wöchige Kursprogramm „Aktiv leben nach Krebs“. Der Fokus liegt auf gesundheitsorientiertem Ausdauer- und Krafttraining für ehemalige Krebsbetroffene. Ergänzt werden diese zentralen Programmbestandteile um die Themen Ernährung, Entspannung und den Transfer des Erlernten in den Alltag.

BSA-Lehrgang „Trainer für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“

Der Lehrgang „Trainer für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“ der BSA-Akademie, dem Schwesterunternehmen der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, qualifiziert die Teilnehmer zur Planung und Durchführung von Fitnesstraining mit ehemaligen Krebsbetroffenen nach Abschluss der Therapie. Sie sind in der Lage, unter Berücksichtigung der individuellen Situation ihrer Kunden Trainingsziele zu definieren, Fitnesstraining zu planen und zu betreuen. Sie wissen, wann Kunden nicht trainieren dürfen und was beim Training zu beachten ist. Ihre Kunden fühlen sich dadurch sicher und kompetent betreut.

Master-Studienschwerpunkt „Lebensstilintervention und Krebs“

Darüber hinaus bietet die DHfPG in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, den Master-Studienschwerpunkt „Lebensstilintervention und Krebs“ an. Dabei erwerben die Studierenden in insgesamt drei Studienmodulen zu den Themen „Onkologie“, „Körperliche Aktivität“ sowie „Ernährung, Psyche, Soziales“ die notwendigen Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Evaluation von strukturierten Lebensstilinterventionsprogrammen für Gesunde im Sinne der Primärprävention und insbesondere für Personen nach einer abgeschlossenen Krebstherapie.

Weitere Informationen

Nähere Informationen zum Kursprogramm „Aktiv leben nach Krebs“

Informationen zum BSA-Lehrgang „Trainer/in für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“

Informationen zum Master-Schwerpunkt "Lebensstilintervention und Krebs"