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Werteorientierte Führung – Dienen statt Herrschen

Auch in diesem Jahr findet wieder der Aufstiegskongress, der Fachkongress der Zukunftsbranche Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit, statt. Den Abschlussvortrag des 1. Kongresstages hält Abt Dr. Johannes Eckert von der Abtei St. Bonifaz in München und Andechs. Er behandelt das Thema „Werteorientierte Führung – Dienen statt Herrschen“.

Abt Dr. Johannes Eckert referiert über die werteorientierte Führung - Dienen statt Herrschen

Der studierte Theologe, Dr. Johannes Eckert, trägt zusammen mit seinen Mitbrüdern die Verantwortung für die Wirtschaftsbetriebe des Klosters in Andechs mit ca. 250 Mitarbeitern (Brauerei, Gastronomie, Landwirtschaft, Tagungsmanagement) sowie für die Einrichtungen in St. Bonifaz im Zentrum Münchens (Citypastoral, wissenschaftl. Bibliothek, Erwachsenenbildung, Obdachlosenfürsorge). Das Kloster Andechs zählt jährlich über eine Million Besucher.

Die 1500 Jahre alte Regel des hl. Benedikts, dem Gründer des Benediktinerordens, ist ein ideales Führungsinstrument für den Vorsteher eines Klosters, aber auch für den Lenker eines Wirtschaftsunternehmens. Der zentrale Satz der Regel zum Thema Führung lautet: „Mehr helfen als herrschen”. Dieses prägnante Wortspiel aus der Benediktsregel kennzeichnet die Qualität einer Führungspersönlichkeit nicht nur in einem Kloster, wie der Referent anhand eines Bezugs zwischen dem Begriff des Gehorsams der Benediktsregel und dem der Kunden- und Mitarbeiterorientierung in einem gewinnorientierten Unternehmen aufzeigt. Seine Ausführungen machen deutlich, dass die Regel des hl. Benedikt eine wertvolle Hilfe in der Erstellung und im Umgang mit Leitbildern sowie der aktiven Gestaltung von Unternehmenskulturen sein kann.

Ordensspiritualität und Unternehmenskultur – auf den ersten Blick zwei Welten, die sich scheinbar diametral gegenüberstehen. Doch Schritt für Schritt zeigt der Referent, wie modern, visionär und nützlich sich die Regeln des hl. Benedikt nicht nur für das heutige Leben in der klösterlichen Gemeinschaft, sondern auch im Kontext von Unternehmung und Führung erweisen.
Einen besonderen Fokus legt er auf das Element der Selbstreflexion als wichtigem Teil der persönlichen Entwicklung, für den Mönch wie für die Führungskraft: Hören im Schweigen und Hören im Dialog – beides Wege, die uns entweder in der inneren Einkehr oder in der Kommunikation mit anderen erlauben, mehr über uns selbst zu erfahren. Wichtig für Führungskräfte ist darüber hinaus auch die eigene Werte-Biografie zu beleuchten und zu hinterfragen. Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wie möchte ich, dass die anderen mich sehen? Dies sind die wesentlichen Leitfragen, um den eigenen Wertekompass individuell zu definieren.

Zum Referenten:
Abt Johannes, mit bürgerlichem Namen Claudius Josef Eckert, studierte katholische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik und Sozialethik. 1993 tritt er in die Abtei Sankt Bonifaz in München ein. Praktische Kenntnisse zum Thema Unternehmenskultur sammelte Abt Johannes Eckert bereits während seines Studiums, als er bei BMW als Werksstudent tätig war.

Seit 1995 begleitet er im Kloster Andechs mit den „Exerzitien für Manager“ ein Führungskräftetraining und macht sich auch als Berater im Bereich Ethikmanagement bei zahlreichen Unternehmen einen Namen. Sein feierliches Ordensgelübde legt er am 21. Juli 1998 auf dem Heiligen Berg Andechs ab. Ein Jahr später promoviert er mit seiner Dissertation in Zusammenarbeit mit der BMW AG über das Thema: „Dienen statt Herrschen. Unternehmenskultur und Ordensspiritualität: Begegnungen – Herausforderungen – Anregungen“ zum Doktor der Theologie. Die Doktorarbeit erschien 2000 im Verlag Schäffer – Poeschel in Stuttgart.

Im Jahr 2000 wird Johannes Eckert zum Priester geweiht. Am 23. Juli 2003 wählen ihn die Mitbrüder für die kommenden zwölf Jahre zum Abt der Abtei St. Bonifaz in München und Andechs. Am 10. Februar 2015 wählen sie ihn erneut für eine weitere Amtszeit zum Abt.

Weitere Informationen:
Aufstiegskongress 2016
Referent: Abt Dr. Johannes Eckert