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Win-win-Situation für Studierende und Ausbildungsbetrieb

Der Post-Sportverein Nürnberg e. V. gehört zu den mitgliederstärksten Breitensportvereinen in Deutschland. Mehr als 19.500 Sportler treiben eine der über 100 Sportarten aus dem Angebot des fränkischen Breitensportvereins. Ohne hauptamtliche Mitarbeiter ist ein Verein dieser Größenordnung nicht zu führen. Der Post SV setzt daher seit 2008 auch vermehrt auf dual Studierende als Mitarbeiter.

Mittlerweile schon 3 dual Studierende in der Basketball-Abteilung

Seit April Hauptgeschäftsführer: Andreas Neugebauer

Seit 2008 setzt der Post SV auf dual Studierende der DHfPG

Großsportverein mit professionellen Strukturen
Der Post-Sportverein Nürnberg gehört zu den größten Breitensportvereinen in Deutschland. Dementsprechend professionell stellt sich der Verein auf. Dies gilt auch für den Personalbereich. „Bei einem Verein in dieser Größenordnung funktioniert es nur so. Wir verfügen zurzeit über 41 hauptamtliche Mitarbeiter und sind den Schritt hin zur Professionalisierung schon vor Jahren gegangen. Die Arbeit beim Post SV entspricht eher der in einem mittelständigen Unternehmen, als der in traditionell geführten Vereinen“, fasst Andreas Neugebauer zusammen, der seit April Geschäftsführer des Post SV ist. „Sicher sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter genauso wichtig in der täglichen Vereinsarbeit. Die Mischung macht es eben. Aber das Ehrenamt ist rückläufig, das trifft auf das gesamte Bundesgebiet zu. Um es wieder zu fördern und attraktiver zu machen, sind wiederum hauptamtliche Mitarbeiter nötig“, führt er aus. Um einerseits dem rückläufigen Ehrenamt zu entgegnen und professionelle Strukturen zu fördern, sieht Andreas Neugebauer verschiedene Wege. „Zum einen gibt es natürlich die Möglichkeit hauptamtliche Mitarbeiter einzustellen, was mit einem größeren finanziellen Aufwand verbunden ist. Darüber hinaus können Vereine aber auch FSJler oder Bufdis einstellen oder auf duale Studenten zurückgreifen“, zählt er auf. Neben den 41 hauptamtlichen Mitarbeitern beschäftigt der Post-Sportverein Nürnberg immer wieder Schulabgänger, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren sowie Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). Sie können im Laufe eines Jahres kleinere Projekte übernehmen und in die Berufswelt hineinschnuppern.

Post SV setzt seit 2008 auf dual Studierende
Seit 2008 stellt der Post SV aber auch regelmäßig dual Studierende ein. Dafür kooperiert der Verein mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG, welche die passenden Studiengänge zur Ausbildung im Verein anbietet. So beschäftigt der Post SV zurzeit sechs dual Studierende zum „Bachelor of Arts Sportökonomie“ sowie zum „Bachelor of Arts“ Gesundheitsmanagement. „Bei diesem Modell handelt es sich um eine Win-win-Situation für beide Seiten. Die dual Studierenden können neu entwickelte Projekte im Verein verantworten und implementieren. So sind sie in der Lage, sich einen eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. Wir als Verein haben wiederum die Fäden in der Hand und können die dual Studierenden da einsetzen, wo Bedarf herrscht“, fasst der Geschäftsführer zusammen und fügt hinzu. „Außerdem profitieren wir als Ausbildungsbetrieb auch von dem Fachwissen, welches die Studierenden durch ihr Studium erlangen. Natürlich gibt es in jedem neuen Projekt auch immer einen Vorgesetzten, mit dem sich die Studierenden über die neuesten Entwicklungen des Projekts abstimmen können, Verbesserungsvorschläge aufgezeigt bekommen oder selbst neue Erkenntnisse und Ideen unterbreiten können.“ Dieses Modell, potenzielle neue Mitarbeiter auszubilden, ist für den Geschäftsführer nicht vergleichbar mit dem Einstellen von FSJlern oder Bufdis. „Im Durchschnitt sind unsere Bachelor-Studierenden etwa 25 Jahre alt und damit schon ein großes Stück weiter in der Entwicklung. Sie wissen in der Regel bereits, wo sie beruflich hin wollen und können eigenverantwortlich arbeiten.“

„Studierende können eigenen Arbeitsplatz generieren“
Seit Beginn der Kooperation mit der Deutschen Hochschule konnten schon einige Absolventen in einer hauptamtlichen Tätigkeit im Verein übernommen werden. „Sie haben bei uns die Chance, sich einen eigenen Arbeitsplatz zu generieren. Dabei ist nicht nur entscheidend, das Projekt, für das sie verantwortlich sind erfolgreich voranzutreiben. Auch das Menschliche und die Einstellung und Motivation können entscheidende Faktoren sein. Wenn ein Projekt nicht so anläuft, wie man es sich vorgestellt hat, kann dies eine Vielzahl von Gründen haben, die im Nachhinein analysiert werden. Es ist also kein Ausschlusskriterium, deswegen einen Studierenden nicht in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen“, gibt Andreas Neugebauer zu verstehen. Dennoch stellt er klar, dass die angehenden Sportökonomen und Gesundheitsmanager viel Engagement zeigen und über die 3 ½ Jahre des Studiums auch Durchhaltevermögen beweisen sollten. „Das duale Studium bietet ein sehr hohes Potenzial, aber der Weg ist auch nicht immer einfach. Man sollte schon diszipliniert sein, schließlich muss man das Lernen und das Arbeiten im Betrieb miteinander vereinbaren. Als Ausbildungsbetrieb sind wir aber auch so flexibel, um den Studierenden beispielsweise vor Prüfungen die nötige Zeit zum Lernen zu geben“, erläutert Andreas Neugebauer, dem es wichtig ist, dass seine Auszubildenden stets fair behandelt werden. „Sicher müssen sich die Studierenden, die durchschnittlich 35 Wochenstunden im Betrieb arbeiten, strukturieren. Aber im Endeffekt haben sie ganz andere Chancen als nach einem Vollzeitstudium. Sie haben während des kompletten Studiums bereits Berufserfahrung gesammelt und müssen nicht den Weg über zahlreiche Praktika gehen, ohne zu wissen, wo sie danach unterkommen“, spricht der Geschäftsführer aus eigener Erfahrung.

Studierende betreuen breites Aufgabengebiet
Der neue Geschäftsführer des Post-Sportvereins setzt auf moderne Vereinsstrukturen sowie auf ein zeitgemäßes Sport- und Bewegungsangebot. Neben Ballsport, Schwimmen, Tanzen, Turnen und Fitness, bietet der Verein auch ein umfangreiches Seniorensport-Angebot sowie ein Gesundheits- und Präventionsangebot zu dem beispielsweise Reha-Sport gehört. „Gerade der Bereich Prävention und Reha-Sport erfreut sich bei uns einer sehr großen Nachfrage. Wir bedienen insgesamt ein riesiges Spektrum für alle Altersklassen, von „noch in Mamas Bauch“ bis hin zum Senior“, fasst Andreas Neugebauer zusammen. Dementsprechend breit ist auch das Aufgabengebiet der momentan sechs dual Studierenden beim Post-Sportverein. Beim Studium an der Deutschen Hochschule handelt es sich um eine Kombination aus Trainingswissenschaften und ökonomisch-kaufmännischen Inhalten, die beim „Bachelor of Arts“ Sportökonomie speziell auf Vereine und Verbände zugeschnitten sind. „Auch bei uns werden die Studierenden sowohl im Training eingesetzt als auch für koordinative Tätigkeiten in der Geschäftsstelle“, formuliert er. Der Geschäftsführer gibt ein Beispiel. „Mit Vanessa Spira haben wir eine Studierende, die kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss steht. Wir haben ihr bereits rechtzeitig positives Feedback gegeben, dass wir sie gerne danach übernehmen wollen. Sie managt dann unser Sportbüro und übernimmt die Organisation für das gesamte Kurswesen, das dazugehörige Vertretungsmanagement und unsere Sportcamps. Außerdem wird sie für unseren Social Media Bereich verantwortlich sein und dort unsere Seiten regelmäßig pflegen und verwalten.“

Studiensystem perfekt auf Unternehmen zugeschnitten
Das flexible Einsetzen der dual Studierenden in den Bereichen, in dem neue Projekte installiert und offene Arbeitsbereiche belegt werden sollen, führt der Geschäftsführer des Post-Sportvereins auch auf das spezielle Studiensystem an der DHfPG zurück. „Durch die geringen Abwesenheitszeiten können Projekte vorangetrieben werden. Es lässt sich einfach gut händeln, sodass man als Geschäftsführer vom Gefühl her immer seine Leute vor Ort hat.“ Alle 4-6 Wochen absolvieren Studierende der Deutschen Hochschule ihre Präsenzphasen für maximal fünf Tage an einem der bundesweiten Studienzentren. Für Andreas Neugebauer ist das Modell mit dual Studierenden nicht nur für einen großen Breitensportverein, wie dem Post-Sportverein, geeignet. Er sieht wachsenden Bedarf an hauptamtlichen Mitarbeitern, auch in mittleren und kleinen Vereinen. „Dabei haben die Vereine ja die Möglichkeit, klein anzufangen. Das Risiko einen dual Studierenden einzustellen ist gering. Es kann eine wertvolle Arbeitskraft sein, die vielseitig einsetzbar ist und bei der sich der finanzielle Aufwand im Rahmen hält. In Großsportvereinen sind duale Studenten bereits ein verbreitetes und bekanntes Modell“, weiß der Geschäftsführer dank des stetigen Austauschs mit anderen Großsportvereinen. Perspektivisch will der Verein sogar noch ein Stück mehr von seinen Nachwuchs-Fachkräften profitieren. „Wir planen zukünftig, dass die Studierenden der Geschäftsführung anhand von Vorträgen einen Einblick aus ihrem Fachbereich geben. Anhand einer Präsentation können sie sich so vor einer Gruppe präsentieren und lernen, sich nach außen zu verkaufen. Schließlich sollen die Studierenden auch unseren Verein professionell nach außen repräsentieren. Erfahrene Mitarbeiter können wiederum von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren und sich Inspiration durch innovative, frische Ideen einholen“, blickt Andreas Neugebauer voraus. Der Post-Sportverein ist von dem Modell mit dual Studierenden der DHfPG überzeugt und plant derzeit, bereits den vierten dual Studierenden in der Basketball-Abteilung einzustellen.