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Zwischen Leistungssport und Berufsplanung

Spitzensportler trainieren bis zur Erschöpfung, gewinnen Medaillen und werden gefeiert - trotzdem können die wenigsten Topathleten von ihrem Sport leben. Selbst Weltmeister müssen sich früh um eine berufliche Alternative kümmern.

Schwimmprofi und DHfPG-Studierende Annika Bruhn

Mit dem Master zu Olympia nach Rio: Aline Focken

In den meisten Sportarten können selbst Olympiasieger nicht von ihrem Sport leben. Prominente Sportler, die hohe Preisgelder kassieren oder lukrative Sponsorenverträge haben, sind, gemessen an den etwa 3800 von der Sporthilfe unterstützten Spitzenathleten, die absolute Minderheit. Der durchschnittliche Sporthilfe-Athlet lebt von 626 Euro, bei einer 60-Stunden-Woche, so war es jüngst in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung nachzulesen.

Eine frühzeitige Berufsorientierung ist für die Athleten heutzutage unabdingbar. Seit Kurzem propagiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die sogenannte duale Karriere, die frühzeitige Verbindung zwischen Leistungssport und Ausbildung oder Studium. Der DOSB fördert Berufsberatungen und akquiriert sportfreundliche Betriebe und Hochschulen.

Immer mehr Spitzensportler stoßen bei ihren entsprechenden Recherchen nach einem Studium, dass mit ihrem Leistungssport vereinbar ist, auf die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, um nach oder schon während der Karriere fit für den Arbeitsmarkt zu werden. Das Studiensystem besteht aus einem Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen an einem der bundesweiten Studienzentren in  Verbindung mit einer betrieblichen Ausbildung, welche die Sportler beispielsweise bei ihrem Verein oder dem Verband absolvieren können. Vom deutschen Olympia-Team steckten 2012 rund 40 Prozent in einem Studium, die Zahl steigt stetig an.
Ein gutes Beispiel ist Speerwerferin Christina Obergföll, die Bronze bei den Spielen in Peking 2008 und Silber 2012 in London gewann. Sie studierte den „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

In diesem Jahr bei Olympia dabei ist Aline Focken. Die Ringerin wurde 2014 Weltmeisterin in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Die 24-Jährige war duale Studierende des „Bachelor of Arts“ Fitnesstraining, arbeitete während des Bachelor-Studiums in einem Fitnessstudio und hat nun sogar den „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement angeschlossen.

Auch Annika Bruhn ist bei Olympia 2016 in Rio mit dabei. Sie hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Schwimm-WM 2015 im russischen Kasan ihren größten Erfolg feiern können. Im August war die 23-jährige Studierende des „Bachelor of Arts“ Sportökonomie die Schlussschwimmerin bei der 4 x 100 m Lagen-Staffel im Mixed. Mit einem furiosen Endspurt sicherte die gebürtige Schwäbin ihrem DSV-Team die Bronze-Medaille. Ihr dazugehöriger Ausbildungsbetrieb ist der Landessportverband für das Saarland, der sich auf dem Gelände des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland befindet.

Die Erfolgsgeschichten dieser und weiterer Sportlerinnen und Sportler zeigen auf, wie eine exzellente Qualifikation und die damit verbundene Vorbereitung auf das Berufsleben nach der Sportlerkarriere, ideal mit dem Leistungssport vereinbar ist.

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Artikel der Süddeutschen Zeitung