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Von der Arbeitsagentur über die Marine hin zum eigenen Gesundheitszentrum

Wer den Lebenslauf von Andrea Milbrodt in die Hände bekommt, muss zu dem Schluss kommen, es handele sich um eine ältere Dame, die ein bewegtes und ereignisreiches Leben genossen hat. Doch die Diplom -Volkswirtin, Diplom-Verwaltungswirtin und der Marineoffizier ist erst 35 Jahre jung. Zurzeit leitet sie das selbst gegründete Sport- und Gesundheitszentrum Perfect Fitness in Oldenburg (Holstein) und absolviert an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) ein Studium zum „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement. Dazu ist sie Mutter eines kleinen Sohnes.

Muttersein, eigenes Studio und Studium sind sehr gut vereinbar

Andrea Milbrodt aus dem holsteinischen Bosau hatte schon immer einen gewissen Anspruch an sich selbst. Heute ist sie Studierende des „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement an der DHfPG. Vor vier Monaten ist sie Mutter eines gesunden Sohnes geworden. Da es sich um ein Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen handelt, lässt sich das Muttersein mit dem Lernen gut vereinbaren. So will sie noch in diesem Jahr die nächsten Präsenzphasen der DHfPG besuchen, die über bundesweite Studienzentren verfügt. Zusätzlich betreibt Milbrodt mit ihrem Bruder seit zwei Jahren ein Sport- und Gesundheitszentrum in Oldenburg. Was sich nach jeder Menge Arbeit und Stress anhört, bedeutet für sie eher Spaß am Lernen. Vor allem, wenn sie es mit ihrem früheren Job vergleicht. „Ich bin sehr dankbar für alles, was ich habe. Wenn ich das Gefühl habe gestresst zu sein, muss ich nur an die Zeit als Marineoffizier  zurückdenken. Die lange Zeit auf See mit großer Verantwortung und wenig Schlaf relativiert alles wieder ganz schnell.“

Beamtenstelle bei der Agentur für Arbeit war nicht erfüllend

Angefangen hat die berufliche Laufbahn der heute 35-Jährigen dabei ganz bodenständig, weit entfernt vom Wasser. „Mit 22 hatte ich mein erstes Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen. Dabei handelte es sich um ein duales Studium, mit der Agentur für Arbeit als Ausbildungsbetrieb. Ich war dort im Anschluss Beamtin und als Arbeitsvermittlerin tätig“, erinnert sich die 35-Jährige. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sie sich die entscheidende Frage: „Kann ich mir das für den Rest meines Berufslebens  bis zur Rente vorstellen? Nein! Also entschied ich mich einen neuen Weg einzuschlagen“, fasst sie zusammen. „Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit häufig mit dem Wehrdienstberater zusammengearbeitet, um die Arbeitssuchenden, die ich betreut habe, zu vermitteln. Nach und nach stellte ich für mich selbst fest, dass die Bundeswehr mir genau das bieten kann, was ich suche. Dort habe ich unter anderem die Möglichkeit gesehen, mich alle zwei bis drei Jahre neue Tätigkeitsbereiche kennenzulernen und damit Herausforderungen zu stellen.“

Für zwölf Jahre bei der deutschen Marine verpflichtet

Kurzerhand verpflichtete sich die junge Frau für zwölf Jahre bei der Bundeswehr, genauer gesagt bei der deutschen Marine. Nach einer 15-monatigen Grundausbildung in der Marineschule  konnte sie  an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg ihr zweites Studium, das der Volkswirtschaft, aufnehmen. „Es war eine komfortable Situation als Studentin, da ich gleichzeitig weiter meine Beamtenbesoldung der Bundeswehr vergütet bekam “, erinnert sich die 35-Jährige. Zwischen 2005 und 2009 ging sie neun Monate im Jahr zur Uni, drei Monate machte sie Praktikum bei der Marine. Mit einem schulischen Betriebspraktikum hatte diese Zeit wenig zu tun. „Ich absolvierte Lehrgänge in Theorie und Praxis. In der Praxis war ich unter anderem mit der Gorch Fock auf See oder bei meiner Truppe. Auch nach dem Studium wollte ich unbedingt zur See fahren und habe nicht locker gelassen.“ Trotz einer zwischenzeitlich erlittenen schweren Rückenverletzung blieb sie energisch und hielt an ihrem Wunsch fest. Eines Tages war es soweit. Die ehemalige Beamtin bei der Agentur für Arbeit absolvierte weitere fachspezifische Lehrgänge, war an der Marineunteroffizierschule als Hörsaalleiterin und Truppenfachlehrer für Wehrrecht tätig, bis sie ihren Traum verwirklichen konnte. Als nautischer Wachoffizier, Fernmeldeoffizier und schließlich Schiffseinsatzoffizier verbrachte sie die folgenden Jahre regelmäßig auf dem Wasser und nahm an mehreren internationalen Manövern und fünf Auslandseinsätzen der Bundeswehr teil. Bis ein freudiges Ereignis sie wieder an Land zog. Sie wurde schwanger.Zusammen mit ihrem Partner erwartete sie ihr erstes Kind.

In kürzester Zeit ein erfolgreiches Gesundheitsstudio aufgebaut

Voller Tatendrang arbeitete sie, sobald sie wieder Festland erreichte, parallel an weiteren Projekten. Zusammen mit ihrem Bruder, der aus der Eventbranche kommt, plante sie ein Fitnessstudio zu eröffnen. „Das ging alles ganz spontan. Mein Bruder und ich haben dieses alte Getreide-Silo in Oldenburg gesehen und konnten uns direkt vorstellen, etwas daraus zu machen. Von dem Moment an bis hin zur Umsetzung dauerte es ganze drei Monate.“ Mittlerweile gibt es das Sport- und Gesundheitsstudio Perfect Fitness in Oldenburg seit zwei Jahren. Es besticht durch ein breit gefächertes Sport- und Gesundheitsangebot  und exklusives Ambiente. Zu diesem Projekt gesellte sich dann auch das private Glück dazu. Im Frühjahr 2015 kam ihr Sohn zur Welt. Dennoch versucht die 35-Jährige zwei- bis dreimal pro Woche in ihr Studio zu fahren. „Ich kann die anfallenden Verwaltungs- und Marketingaufgaben auch gut von zuhause aus bearbeiten. Dafür muss ich nicht auf der Trainingsfläche sein“, sagt sie guten Gewissens. Mit der Entwicklung ihres Sport- und Gesundheitszentrum ist sie nämlich sehr zufrieden. „Uns gibt es seit zwei Jahren und wir befinden uns kontinuierlich im Wachstum. Wir haben vor, neue Mitarbeiter einzustellen und eröffnen im November des Jahres einen neuen Saunabereich.“ Die Zielgruppe sei eher die mittlere bis ältere Generation, da sich das Perfect Fitness auch von umliegenden Low-Budget-Studios abheben will und mehr auf Exklusivität setzt. „Die sehr guten Zahlen, die wir schreiben, sind vor allem unserem qualifizierten Personal zu verdanken“, bleibt die Studierende bescheiden. Ihre wirtschaftswissenschaftliche Vorbildung legte dennoch den Grundstein für eine erfolgreiche Geschäftsführung. Nun eignet sich die Volks- und Verwaltungswirtin mit dem Master-Studium Prävention und Gesundheitsmanagement noch die nötigen spezifischen Kenntnisse an, um nachhaltig erfolgreich zu bleiben.

Das dritte Studium an DHfPG überzeugt sie vollends

Aller  guten Dinge sind bekanntlich drei. Nach zwei erfolgreich absolvierten Studiengängen trug sich Andrea Milbrodt mit dem Gedanken ein weiteres Studium zu beginnen. Auf der Interbad-Messe 2014 in Stuttgart stieß sie auf einen Stand der DHfPG. Schnell wurde ihr bewusst, dass die Studieninhalte genau das wiederspiegelten, was sie sich vorgestellt hatte. „Es war das, was ich gesucht habe und ich habe erneut spontan die richtige Entscheidung getroffen.“ Einen entscheidenden Vorteil zu den beiden anderen Studiengängen sieht der  Marineoffizier, der nach ihrer Elternzeit im Juli 2016 offiziell aus dem Dienst ausscheiden wird, ebenfalls. „Das Volkswirtschaftsstudium war schon etwas abstrakt, an der DHfPG sehe ich eine ganz andere Qualität des Lernens. Es ist schön von den Präsenzphasen nach Hause zu fahren und das Gelernte sofort im Betrieb umsetzen zu können.“ Mit der Wahl ihrer beiden Studienschwerpunkte Stressmanagement und Betriebliches Gesundheitsmanagement hat sie sich für einen zukunftsträchtigen Bereich entschieden. „Am Anfang habe ich mich über die umfangreichen Studienbriefe schon etwas gewundert. Aber während der Präsenzphasen vermitteln die Dozenten das Lehrmaterial, welches ich zuvor zuhause durchgearbeitet habe, sehr durchdacht und kompakt. Es ist alles sehr gut konzipiert und praxisorientiert.“ Währenddessen plant die frisch gebackene Mutter schon die nächsten Projekte. „Mein Bruder und ich möchten gerne eine Schwimmhalle zum Sport- und Gesundheitszentrum hinzu bauen. Die ersten Entwürfe sind schon fertig, dennoch wird dieses Projekt bis nach dem Master-Studium an der DHfPG andauern“, ist sie sich sicher. Multitasking wird bei Andrea Milbrodt großgeschrieben. „Insofern hilft mir der Studienschwerpunkt Stressmanagement auch im Privaten“, scherzt sie.