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Ein Fitnessökonom als Geschäftsführer in der Motorsport-Branche

Als Christian Stephani (33) vor gut zehn Jahren seinen Bachelor of Arts Fitnessökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) abschloss, hätte er nicht damit gerechnet, dass er eine Berufskarriere in der Motorsport-Branche ansteuern wird. Heute ist er Geschäftsführer der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring und verantwortlich für eine Rennserie auf der wohl bekanntesten Rennstrecke Deutschlands.

 

 Christian Stephani

Auf dem Nürburgring, auch bekannt als die „Grüne Hölle“, haben schon Legenden des Rennsports Siege gefeiert, wie Ayrton Senna, Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel. Die Rennstrecke ist eines der absoluten Aushängeschilder der Eifel. Das deutsche Mittelgebirge ist auch die Heimat von Christian Stephani, dem neuen Geschäftsführer der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Gebürtig aus Mayen ist er bereits seit 2011 am Nürburgring angestellt, die meiste Zeit davon im Vertrieb, als Key-Account-Manager. Seine Wurzeln liegen allerdings in einer anderen Berufsbranche. „Ich war schon immer sportbegeistert, habe mich auch nach dem Abitur nach Studiengängen in diesem Bereich umgeschaut. Mir war dabei aber auch der Bezug zur Betriebswirtschaft sehr wichtig, da ich kein reines Sportstudium beginnen wollte“, denkt er zurück. „Das duale Studiensystem war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wirklich bekannt. Glücklicherweise bin ich bei meiner Recherche aber in Form der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement darauf gestoßen. Der starke Praxisbezug hat mich von Anfang an angesprochen.“

 

Betriebliche Ausbildung im Gesundheitsstudio

Zum dualen Bachelor-Studium an der Deutschen Hochschule (DHfPG) gehört neben einem Fernstudium mit kompakten Präsenzphasen auch eine betriebliche Ausbildung. Seinen Ausbildungsplatz fand der damals 20-Jährige in einem nahe gelegenen Fitness- und Gesundheitsstudio mit angeschlossener Praxis für Physiotherapie. Der inhaltliche Schwerpunkt seines Studienganges „Fitnessökonomie“ liegt in der Wirtschaftswissenschaft in Verbindung mit Trainingswissenschaft. „Natürlich war es eine herausfordernde Zeit, da ich neben dem Studium Vollzeit gearbeitet habe. Aber mit etwas Eigendisziplin und gutem Zeitmanagement war das duale Studium für mich durchaus machbar. Die Module sind ja in sich geschlossen. Die Studienunterlagen habe ich vor den Modulen per Post zugesendet bekommen, konnte sie durcharbeiten und in der Präsenzphase wiederholen. Ich habe dazu zum Beispiel die Mittagszeit genutzt, in der unser Studio für zwei Stunden geschlossen war, um mich in die Studienbriefe einzulesen.“ In seinem Betrieb hat er die Möglichkeit bekommen, alle Bereiche kennenzulernen. „Wir waren ein eher kleines Team, das heißt, jeder hat da ausgeholfen, wo Bedarf war. Ich habe während der Studienzeit auch viele Einblicke in die Vertriebstätigkeiten bekommen und dort erste Erfahrungen gesammelt. Insgesamt konnte ich weitestgehend alle Studieninhalte auch in der Praxis umsetzen. Außerdem habe ich viel über die Menschen gelernt, ob auf der Trainingsfläche oder auch hinter der Theke.“

 

Über Rock am Ring zum Geschäftsführer

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bachelor-Studiums entschied er sich, ein Master-Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Sportmanagement anzuschließen. „Dieser Entschluss stand in der Tat schon vor dem Bachelor-Studium fest. Während dem Master-Studium habe ich nebenbei aber immer noch im Fitnessstudio gearbeitet, auch um das Studium zu finanzieren.“ Nach Abschluss des zweijährigen Master-Studiums absolvierte er ein Praktikum bei seinem späteren Arbeitgeber, der Nürburgring 1927 GmbH. „Bereits nach etwa anderthalb Monaten des Praktikums ist am Nürburgring eine Stelle frei geworden. Diese Chance habe ich natürlich genutzt.“ Er hat mit der Vermarktung der Lounges am Nürburgring angefangen. Seit 2015 betreute er als Key-Account-Manager auch feste Kunden aus den Branchen der Zulieferer-, Mineralöl- und Motorsportindustrie. Im September 2019 wurde schließlich bekannt gegeben, dass er zukünftig beim Schwesterunternehmen der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, der VLN VV GmbH & Co. KG – Vermarktungsgesellschaft der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring - als Geschäftsführer fungieren wird. „Die Gesellschafter der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG haben mich beim Musikfestival Rock am Ring auf diese Möglichkeit angesprochen. Die Idee ist also praktisch während eines Smalltalks entstanden.“

 

Mehr als eine Rennstrecke

Der Nürburgring ist mehr als eine Rennstrecke. Auch wenn die Nordschleife mit ihrem 20,8 Kilometer umfassenden Rundkurs sowie die 1984 eingeweihte Grand-Prix-Strecke wahre Aushängeschilder mit einer langjährigen Geschichte sind. 2009 wurden ein großes Freizeitzentrum mit Achterbahn, ein Einkaufszentrum, das Eifeldorf „Grüne Hölle“ mit der Discothek Eifel Stadl, ein Hotel und ein Feriendorf in unmittelbarer Nähe der Rennstrecke errichtet. Auch das Veranstaltungsangebot ist breit gefächert, von Autorennen über Motorradrennen, Oldtimerrennen bis hin zu Rad-Events, Konzerten, wie zum Beispiel Rock am Ring, oder Firmenevents. „In der Rennsaison zwischen März und Oktober ist die Strecke im Grunde genommen jedes Wochenende ausgelastet. Dazu gehören unter anderem das ADAC GT Masters, das 24-Stunden-Rennen oder eben die VLN Langstreckenmeisterschaft, die insgesamt neun Rennen umfasst.“

 

Praxis nutzen, um die „richtigen“ Leute kennenzulernen

Genau für diese VLN Langstreckenmeisterschaft ist nun Christian Stephani als Geschäftsführer verantwortlich. Dafür wurde er über einen längeren Zeitraum von seinem Vorgänger eingearbeitet, während er sein bisheriges Aufgabengebiet parallel noch betreute. „Ich freue mich auf mein neues Tätigkeitsfeld. Ich habe hier eine funktionierende Struktur vorgefunden. Dennoch gibt es immer etwas zu verbessern und genau an diesen Stellschrauben wollen wir drehen.“ Das Geheimnis für seine bereits in jungen Jahren erfolgreiche Berufskarriere hat er scheinbar gelüftet. „Wenn man in einer speziellen Branche erfolgreich werden möchte, sei es in der Sport-, Fitness-, oder auch der Motorsport-Branche, ist es entscheidend, dass man die richtigen Kontakte knüpft. Das kann man natürlich nur in der Praxis schaffen, zum Beispiel während der betrieblichen Ausbildung im Rahmen des Bachelor-Studiums.“ Doch auch sonst hat ihm die Zeit an der DHfPG vieles mit auf den Weg gegeben. „Ich kann dieses Sammeln von Praxiserfahrung während eines Studiums jedem nur raten. Auch für mich war es der Grundstock, auf dem ich weiter aufgebaut habe. Wer sich durch das duale Studium gearbeitet hat, nimmt bereits einiges für seine weitere berufliche Karriere mit.“