Wenn von Prävention gesprochen wird, ist in der Regel von Krankheitsprävention die Rede. Diese umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Krankheiten zu vermeiden, zu verringern bzw. abzuschwächen oder zeitlich zu verzögern. Krankheitspräventive Maßnahmen werden je nach Zeitpunkt ihres Einsetzens in die Stufen primär, sekundär und tertiär unterteilt.
Von Vorsorge bis Nachsorge: Prävention ist mehrstufig gedacht
Viele chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Rückenschmerzen entstehen schleichend, hier setzt Prävention frühzeitig an. Wenn wir uns ausreichend bewegen, auf unsere Ernährung und unsere mentale Gesundheit acht geben, betreiben wir bereits Primärprävention. Demnach ist diese an gesunde Menschen ohne manifestierte Symptome gerichtet und zielt darauf ab, Krankheiten vor ihrer Entstehung entgegenzuwirken. Im Fokus der Sekundärprävention steht die Früherkennung von Krankheiten, dazu gehört beispielsweise der Check-up beim Hausarzt. Wer nach einer Reha gezielt weiter trainiert und seine gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen beibehält, handelt im Sinne der Tertiärprävention. Zu diesem Zeitpunkt geht es darum, das weitere Fortschreiten einer Erkrankung so gut es geht zu vermeiden, Folgeschäden abzumildern und eventuellen Rückfälle vorzubeugen. Auch die quartäre Prävention gewinnt zunehmend an Bedeutung – sie soll Patientinnen und Patienten vor unnötiger medizinischer Überbehandlung schützen.
Präventionsstrategien unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Ansatzzeitpunktes, sondern auch dadurch, wo sie ansetzen. Neben individuellen Entscheidungen (Verhaltensprävention) braucht es auch strukturelle Veränderungen (Verhältnisprävention) wie etwa ergonomische Arbeitsplätze, gesundes Kantinenessen oder flexible Arbeitszeitgestaltung.
Akutelle Herausforderungen und Trends in der Prävention
Die Corona-Pandemie sowie die Zunahme chronischer Erkrankungen haben die Relevanz präventiver Maßnahmen weiter in den Fokus gerückt. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach individuell zugeschnittenen und digitalen Präventionsangeboten. Auch gesetzliche Initiativen wie das Präventionsgesetz zeigen, dass Gesundheitsförderung zunehmend systematisch und interdisziplinär gedacht werden muss. Für Fachkräfte im Gesundheitssektor ergibt sich daraus ein breites Handlungsfeld – von der Aufklärung in Schulen bis hin zur Konzeption betrieblicher Maßnahmen. Um die Potenziale dieses Handlungsfeldes optimal nutzen zu können und optimal aufgestellt zu sein, benötigen angehende Führungskräfte die passenden Kompetenzen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung. Ein vertiefendes Masterstudium an der DHfPG bietet hierfür das passende akademische Rüstzeug.
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Quellen:
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Franzkowiak, P. (2025). Prävention und Krankheitsprävention. In: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://dx.doi.org/10.17623/BIOEG:Q4-i091-4.0
- Kossow, A. (2023). Prävention übertragbarer Erkrankungen. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://dx.doi.org/10.17623/BZGA:Q4-i090-2.0
- Gerlinger, T. (2025). Präventionsgesetz. In: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://dx.doi.org/10.17623/BIOEG:Q4-i092-4.0