DHfPG News

Vom Perspektivwechsel zur Berufung

Duale Stärke im Klinikalltag

 

Kim Pflaumann hat ihren beruflichen Weg neu gedacht und in der VITREA Klinik Hagen-Ambrock ihre Berufung gefunden. Gemeinsam mit Therapieleiter Dirk Fischer zeigt sie, wie dual Studierende der DHfPG frischen Input, Verantwortung und echte Entwicklung in den Klinikalltag bringen.

 

Kim Pflaumann mit Ausbildungsleiter Johannes Ossenberg; Foto: VITREA Klinik

Als es nach dem Schulabschluss um die weitere berufliche Zukunft ging, haben Sie sich für den B. A. Sport- und Bewegungstherapie entschieden. Was hat sie besonders gereizt?

Kim Pflaumann: Nach meinem Schulabschluss habe ich zuerst eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Eigentlich sogar zweimal. Weswegen ich letztlich das Studium an der DHfPG zum B.A. Sport- und Bewegungstherapie aufgenommen habe, liegt an einer persönlichen Erfahrung und damit verbunden an einem Reha-Aufenthalt, bei dem ich mein bisheriges Leben überdacht und festgestellt habe, dass ich beruflich nicht erfüllt bin.

Ich dachte mir: „Was die Therapeuten hier machen, will ich auch machen.“ Und dann habe ich mich auf den Weg gemacht.

 

Was sind für Sie die größten Vorteile des dualen Studiensystems der DHfPG? Haben Sie etwas als besonders herausfordernd angesehen?

Kim Pflaumann: Der größte Vorteil des dualen Studiums ist für mich ganz klar, dass ich arbeite und meinen eigenen Lebensunterhalt verdienen kann. Mein Ziel war es, Sport- und Bewegungstherapeutin zu werden und es gibt mehrere Wege, wie man dies erreichen kann. Jedoch habe ich keinen anderen so charmanten Weg gefunden, wie ich mir für den Beruf das Wissen aneignen, bereits in dem Beruf arbeiten und gleichzeitig so viele Qualifikationen erlangen kann. Ich empfinde es als einen großen Vorteil, während des Erlernens der theoretischen Inhalte auch schon praktische Erfahrungen sammeln zu können und in Verbindung mit dem Fachpersonal vor Ort, sein Wissen weiter zu vertiefen und zu spezialisieren. Für die Studierenden und den Betrieb eine Win-Win-Situation – in meinen Augen zumindest. Dass die Zweiteilung aus Beruf und Studium natürlich auch eine gewisse Doppelbelastung mit sich bringt ist klar. Bisher habe ich jedoch beides gut miteinander vereinbaren können und hoffe, dass das auch zum Ende des Studiums so bleibt.

Sie absolvieren den praktischen Teil Ihrer Ausbildung in der VITREA Klinik Hagen-Ambrock. Was sind Ihre Aufgabenfelder?

Kim Pflaumann: Als Sport- und Bewegungstherapeutin übernehme ich in der Rehabilitationsklinik, die auf Neuro- und Pneumologie spezialisiert ist, Gruppentherapien, wie beispielsweise Gleichgewichtsgruppen, Koordinationsgruppen oder die „Hemigruppe“, in der schwerer betroffene Patienten verplant sind. Ich übernehme außerdem Therapien wie die medizinische Trainingstherapie, Fahrradergometer, Atemtherapien oder das Snoezelen.

Wo genau können Sie die Inhalte des Studiums in Ihrer alltäglichen Arbeit anwenden?

Kim Pflaumann: Mein erster Impuls auf die Frage ist: wo denn nicht?

Ich glaube, dass wenn man gerade mit der Schule fertig ist oder so wie ich, Bankerin ist, man alles an Input gebrauchen kann, um die verschiedenen Menschen mit ihren Anliegen und Diagnosen gut unterstützen zu können.

Der Mensch ist ein wahnsinnig vielschichtiges Wesen, so wie auch das Studium an der DHfPG sehr vielseitig ist und auf viele Fragen die passenden Antworten liefert. Letztlich brauche ich jeden Tag etwas aus meinem Studium, egal ob es um das Gleichgewicht, die Atmung oder orthopädische Anliegen geht.

Welche Vorteile sehen Sie gerade für Unternehmen der Gesundheitsbranche, wenn diese verstärkt auf dual Studierende setzen?

Kim Pflaumann: Die Gesundheitsbranche ist in meinen Augen eine essentielle Säule in unserem gesellschaftlichen Geflecht, welche nicht nur unterschätzt, sondern häufig auch zu wenig wertgeschätzt wird. Daher ist es wichtig die Branche möglichst attraktiv zu gestalten, um die dringend benötigten Stellen zu besetzen. Dies kann z.B. durch eine qualitativ gute Ausbildung erfolgen, in der die Studierenden relativ schnell dazu befähigt werden während der Ausbildung aktiv mitzuarbeiten. Das Unternehmen sichert sich so Nachwuchskräfte, die das Unternehmen kennen und genau dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden. Sie bringen aktuelles Wissen aus dem Studium mit und können neue Impulse einbringen. Beide Seiten wissen sehr schnell, ob sie miteinander auskommen und welche Anforderungen an sie gestellt werden. Das verhindert ein böses Erwachen nach einem reinen Hochschulstudium und senkt das Fluktuationsrisiko für das Unternehmen.

Was ist für Ihre berufliche Zukunft geplant und was würden Sie sich gern noch aneignen?

Kim Pflaumann: Was ich sicher weiß, ist, dass ich gerne weiterhin in einer neurologischen Reha- Klinik arbeiten möchte. Im Idealfall natürlich in der jetzigen Klinik, die mich während des dualen Studiums unterstützt hat und in der ich viel Lernen durfte. Ich würde mein Wissen jedoch gerne noch in anderen Richtungen vertiefen und mich beispielsweise noch mit Ernährung auseinandersetzen und eine Ausbildung zur medizinisch-therapeutischen Wald- und Naturgesundheitstrainerin machen. So richtig „fertig“ ist man glaube ich nie und wer weiß, welche Ziele noch auf mich warten.

Herr Fischer, Sie sind Therapieleiter der VITREA Klinik Hagen-Ambrock. Welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Dirk Fischer: Die VITREA Klinik Hagen-Ambrock ist eine Fachklinik für neurologische und neurochirurgische Rehabilitation und für Pneumologie. Die Rehabilitationsklinik bietet bis zu 255 Patienten vollstationäre und teilstationäre Leistungen. Dazu kommen 80 Betten der benachbarten pneumologischen Akutklinik.

Was sehen Sie als besondere Pluspunkte bei der Zusammenarbeit mit dual Studierenden der DHfPG an? 

Dirk Fischer: Die Zusammenarbeit mit dual Studierenden der DHfPG bietet für uns gleich mehrere entscheidende Pluspunkte. Besonders wertvoll ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Die Studierenden bringen aktuelles, fundiertes Fachwissen aus dem Studium mit und können dieses direkt bei uns im Klinikalltag anwenden. Dadurch sind sie sehr schnell einsatzfähig und von Beginn an eine echte Unterstützung für das Team. Gleichzeitig profitieren wir kontinuierlich von neuen Impulsen und modernen Ansätzen, die sie aus der Hochschule in den Betrieb einbringen.

Was sind für Sie die größten Vorteile des dualen Studiensystems der DHfPG?

Dirk Fischer: Die größten Vorteile des dualen Studiensystems der DHfPG liegen für uns ganz klar in der hohen Flexibilität und dem direkten Praxisbezug. Durch das Fernstudium können sich die Studierenden ihre Lernzeiten individuell einteilen und optimal mit dem Arbeitsalltag im Betrieb abstimmen. Gleichzeitig profitieren wir davon, dass die theoretischen Inhalte unmittelbar in die Praxis übertragen werden – dieses Zusammenspiel ist im Klinikalltag besonders wertvoll. Ergänzt wird das Ganze durch die kompakten Präsenzphasen, die einen intensiven fachlichen Austausch ermöglichen und zusätzliche Impulse liefern – sowohl für die Studierenden als auch für uns als Einrichtung.

Wie integrieren Sie dual Studierende im Arbeitsalltag?

Dirk Fischer: Unsere Kollegin arbeitet supervidiert selbstständig im Therapiealltag mit eigenen Patienten. Die Praxisnähe und das Basiswissen aus dem Studium ergänzen sich dabei perfekt.

Welche Vorteile sehen Sie gerade für Unternehmen der Gesundheitsbranche, wenn diese verstärkt auf dual Studierende setzen?

Dirk Fischer: Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bieten dual Studierende für Unternehmen der Gesundheitsbranche einen klaren Wettbewerbsvorteil. Sie ermöglichen es, frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte an den eigenen Betrieb zu binden und gezielt auszubilden. Gleichzeitig bringen sie aktuelles Wissen mit, wachsen schnell in ihre Aufgaben hinein und können perspektivisch langfristig im Unternehmen gehalten werden – das schafft Stabilität und Zukunftssicherheit.

 

Studiengang Bachelor of Arts Sport- und Bewegungstherapie