Vom Verein ins Studium
Schon früh war Sport ein fester Bestandteil von Viviens Alltag. Sie war viele Jahre selbst aktiv – unter anderem im Schwimmsport – und begann später, Kinder im Breitensportverein zu trainieren. Nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Sport war für sie klar: Sie möchte auch beruflich im Sportbereich arbeiten.
Zunächst spielte sie mit dem Gedanken, Sport und Biologie auf Lehramt zu studieren. Auf einer Bildungsmesse wurde sie schließlich auf die DHfPG aufmerksam. Besonders überzeugte sie die Möglichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Entscheidung fiel auf den dualen Bachelor-Studiengang Sportökonomie. So startet sie 2022 ihr duales Studium im Verein als Stellvertretende KiSS Leitung und baute dort die KiSS von 70 auf 200 Kinder auf.
Theorie und Praxis sinnvoll verknüpfen
Rückblickend war das duale Studiensystem für Vivien genau die richtige Wahl. Neben den Studieninhalten war es ihr wichtig, viel Zeit im Verein verbringen und das Gelernte direkt anwenden zu können. Auch die Nähe zum Studienzentrum spielte bei ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle.
Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die Präsenzphasen, in der sie nicht nur zur studentischen Vertretung der Klasse gewählt wurde, sondern auch den gemeinsamen Austausch mit anderen Studierenden zu den aktuellen Themen, wodurch sie neue Perspektiven entwickelte. Inhalte aus den Modulen Sport- und Vereinsmanagement, Sponsoring oder Betriebswirtschaftslehre begleiten sie bis heute in ihrem Berufsalltag.
„Das Modul Sportmanagement und v.a. die Themen wie Sponsoring oder Eventmanagement haben mir während meiner Arbeit im Verein geholfen, neue Kooperationspartner zu gewinnen und Projekte professionell zu planen. Bis heute profitiere ich noch von der Expertise und kann sie für die KiSS- Geschäftsstelle anwenden. Auch die betriebswirtschaftlichen Inhalte waren und sind im Arbeitsalltag unglaublich hilfreich.“
Bachelorarbeit mit direktem Mehrwert für Vereine
Ein besonderes Beispiel für den hohen Praxisbezug des Studiums ist Viviens Bachelorarbeit. Sie beschäftigte sich mit der Mitgliederzufriedenheit in einem Verein und ging der Frage nach, warum insbesondere der Übergang von dem Kindergarten in die erste Schulklasse häufig mit einem Vereinsaustritt verbunden ist.
Mithilfe einer umfassenden Befragung analysierte sie Stärken und Verbesserungspotenziale. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kommunikation zwar gut funktionierte, sich viele Mitglieder jedoch stärker mit dem Verein verbunden fühlen wollten.
Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden Ideen entwickelt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken – beispielsweise durch neue Projekte, Angebote für ältere Kinder und Maßnahmen, die den Übergang aus der Kindersportschule in weitere Vereinsangebote erleichtern. Der im Rahmen der Bachelorarbeit entwickelte Fragebogen wird inzwischen auch in anderen Kindersportschulen eingesetzt und unterstützt Vereine dabei, ihre Angebote gezielt weiterzuentwickeln.
Heute gestaltet sie den Kindersport aktiv mit
Seit Anfang 2026 arbeitet Vivien in der KiSS-Geschäftsstelle des Schwäbischen Turnerbundes im Bereich Kinder, Jugend und Freizeit. Ihr Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Sie pflegt einen engen Kontakt zu den KiSS- Vereinen im Netzwerk, unterstützt sie bei ihrer täglichen Arbeit und unterstützt Vereine beim Aufbauprozess einer KiSS. Des Weiteren unterstützt und plant sie Projekte und Veranstaltungen für das KiSS- Netzwerk. Sie steht im regelmäßigen Austausch mit den Kooperationspartnern des Netzwerks und entwickelt weitere Service-Leistungen für das KiSS-Netzwerk mit.
Besonders schätzt sie die Vielfalt ihrer Aufgaben und die Möglichkeit, ihr Wissen an Vereine weiterzugeben.
Warum Vereine von dual Studierenden profitieren
Für Vivien steht fest: Dual Studierende bringen frische Ideen, aktuelles Fachwissen und viel Engagement in die Vereinsarbeit ein. Durch ihre intensive Einbindung in den Praxisbetrieb können sie nicht nur im Training unterstützen, sondern auch Verantwortung in Organisation, Verwaltung oder Projektmanagement übernehmen.
„Viele Vereine profitieren davon, dass Studierende aktuelles Wissen zu Themen wie Sponsoring, Vereinsmanagement oder rechtlichen Fragestellungen mitbringen. Das sind Bereiche, in denen neue Impulse einen echten Unterschied machen können.“
Gerade vor dem Hintergrund der neuen Kooperation der DHfPG mit dem KiSS-Netzwerk sieht sie großes Potenzial. Dual Studierende können Vereine dabei unterstützen, zukunftsfähige Strukturen aufzubauen und innovative Ideen in die Praxis umzusetzen.
Mit Bauchgefühl zum Erfolg
Auf ihr Studium blickt Vivien mit großer Zufriedenheit zurück. Besonders wertvoll waren für sie nicht nur die Studieninhalte, sondern auch die Menschen, die sie kennengelernt hat. Die Präsenzphasen sowie die KiSS-Netzwerktreffen boten die Möglichkeit, Freundschaften zu knüpfen und ein berufliches Netzwerk aufzubauen.
Zusätzlich absolvierte sie mehrere Weiterbildungen an der BSA-Akademie, unter anderem zur Ernährungsberaterin und aktuell zur Fitnessfachwirtin. Auch der Aufstiegskongress war für sie eine wichtige Plattform, um Kontakte zu knüpfen und sich fachlich weiterzuentwickeln.
Ihr Rat an Studieninteressierte lautet:
„Seid offen für neue Erfahrungen, bleibt euch selbst treu und lasst euch nicht von anderen verunsichern. Wenn ihr euren Weg gefunden habt, lohnt es sich, auf das eigene Bauchgefühl zu hören.“
Für Vivien hat sich genau das ausgezahlt – und heute trägt sie mit ihrem Wissen dazu bei, Vereine und den Kindersport nachhaltig weiterzuentwickeln.
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