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Sportökonom entwickelt neue Geschäftsfelder beim FSV Frankfurt

Schon zu Beginn seines Bachelor-Studiums an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) setzte sich Jörn Schmidt das Ziel, im Profifußball Fuß zu fassen. Heute, acht Jahre später, arbeitet er beim Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt in der Geschäftsfeldentwicklung.

 

Jörn Schmidt beim Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt
Sportökonom entwickelt neue Geschäftsfelder beim FSV Frankfurt

Bachelor-Studium als Grundstein

Schon zur Abiturzeit im Jahr 2011 befasste sich Jörn Schmidt mit der Thematik Sportstudium, erkannte allerdings schnell, dass die Möglichkeiten sehr vielseitig sind. „Natürlich habe ich mich im ersten Schritt mit dem klassischen Studium im Bereich Sportwissenschaften beschäftigt. Dabei hat etwas der Anteil an Management-Inhalten gefehlt. Auch habe ich mich gefragt, ob ich mich unbedingt auf einen Eignungstest vorbereiten möchte.“ Durch eine Online-Anzeige wurde der Sportökonom schließlich auf die DHfPG aufmerksam. „Das Studiensystem und vor allem die Studieninhalte des Bachelor of Arts Sportökonomie sprachen mich direkt an. Ich habe mich dann ausführlich informiert und über die Jobbörse der DHfPG auf die Suche nach einem Betrieb gemacht.“ Über die kostenfreie Jobbörse aufstiegsjobs.de, auf der Unternehmen unter anderem explizit nach dual Studierenden der DHfPG suchen, wurde der damals 21-Jährige fündig.

Duales Studium im Fitnessstudio

Das MAP Sport & Fitness stellte den Hessen als dual Studierenden ein. „Damals gab es vor allem in Fitnessbetrieben die Möglichkeiten, ein solches Studium zu beginnen.“ Im Studio übernahm er die Mitgliederbetreuung, führte Trainingseinheiten und Kurse durch und schärfte seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse durch Aufgaben in der Rechnungsverwaltung und durch die Mitarbeit an Marketingmaßnahmen. „Ein Riesenvorteil war hier natürlich das Studiensystem. Durch die Kombination aus Theorie und Praxis konnte man die gelernten Studieninhalte direkt im Betrieb anwenden und wusste auch, wofür man sich den Lernstoff aneignet.“ Neben der direkten Anwendung der Studieninhalte fand auch der modulare Studienaufbau Zuspruch beim heute 29-Jährigen. „Man hatte durch den klar geregelten Studienplan immer einen Ablauf zur Hand und konnte sich auf jedes Modul einzeln vorbereiten.“

Schritt zur Vollzeitanstellung

Mit dem Ziel gestartet, eines Tages im Profifußball Fuß zu fassen, entschloss sich Jörn Schmidt 2017, nach erfolgreichem Abschluss seines Bachelor-Studiums für einen Betriebswechsel. „Ich fing bei Matthias Hartmann Orthopädie + Sport GmbH an. Ein Unternehmen, das sich im Bereich orthopädische Versorgung positioniert hat. Weiterhin betreibt das Unternehmen eine Sportakademie mit angeschlossener Leistungsdiagnostik.“ Die hier anfallenden Aufgaben machten ihm Spaß und schürten in ihm den Ehrgeiz „noch einen draufzusetzen.“

Nebenberuflich zum Master-Abschluss

„Ich durfte Aufgaben im Bereich Marketing betreuen, konzeptionierte und arbeitete an eigenen Projekten, wodurch ich auch den Anspruch an mich selbst entwickelte, meine Kompetenzen gerade im Managementbereich zu vertiefen.“ So entschloss er sich 2017 seine akademische Laufbahn mit dem nebenberuflichen Master-Studiengang Sportökonomie an der DHfPG fortzuführen. „Der Master-Studiengang war einfach spezifischer und durch die Inhalte bekam man detaillierte Einblicke ins Sportmanagement.“

Erste Praktikumsstelle bei Wormatia Worms

Nach erfolgreichem Master-Abschluss wagte der DHfPG-Absolvent den Schritt vom festangestellten Mitarbeiter zum Praktikanten. „Mir war klar, wenn ich noch in den Fußball will, sollte ich jetzt den nächsten Schritt gehen. Eine direkte Festanstellung ist oftmals schwierig. Also hielt ich Ausschau nach einem Praktikumsplatz, um erste Erfahrungen im Sportbusiness zu sammeln.“ Jörn Schmidt wurde beim Oberligisten Wormatia Worms fündig. „Wir hatten sechs bis acht Wochen angepeilt, zumal es für einen Oberligisten auch finanziell schwierig ist, jemanden langfristig zu binden. Daher war ich auch froh über die Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen im Vereinswesen sammeln zu dürfen.“

Durch die zweite Praktikumsstelle zur Festanstellung  

Aus sechs bis acht Wochen wurden drei Monate, in denen der Sportökonom erste Eindrücke im Sportbusiness erlangte. „Ich wurde auf eine Stellenanzeige vom FSV Frankfurt aufmerksam. Sie suchten einen Praktikanten und ich bewarb mich. Mein jetziger Chef war auch im Rahmen meiner Master-Thesis einer der Interviewpartner und kannte mich vom damaligen Interview.“ Aus der Praktikumsstelle entwickelte sich durch gute Arbeit zur Saison 2020/2021 eine Festanstellung. „Gegen Ende des Praktikums unterhielten wir uns, klärten auch, was im finanziellen Rahmen des Vereins möglich wäre. Gemeinsam entwickelten wir eine neue Stelle, die man sicherlich auch so nicht ausgeschrieben hätte. Durch meine Erfahrungen und den erlangten Kompetenzen wurde meine Stelle erstmal geschaffen; ohne Praktikum und Erstkontakt wäre dies gar nicht denkbar gewesen.“

 Geschäftsfeldentwicklung beim FSV Frankfurt 1899

"Ich bin in viele neue Projekte involviert und überlege für jene, wie man die einzelnen Bereiche optimieren und wenn möglich auch monetarisieren kann. Gerade im Bereich der Digitalisierung haben wir vieles auf den Weg gebracht, in der Außendarstellung und auch in den Arbeitsabläufen auf der Geschäftsstelle. So konnten beispielsweise veraltete Serverstrukturen durch moderne Arbeitssysteme ersetzt werden oder eine Fan-App entwickelt werden. Bei letzterem Projekt geht es nun darum, wie man die App weiterentwickeln kann, welche Features man integriert und wie man diese an Partner vermarkten kann.“ Auch beim Thema Finanzierung bringt der Sportökonom seine Kompetenzen mit ein. „Wir haben im letzten Jahr ein Crowdfunding-Projekt gestartet, mit dessen Hilfe wir die Finanzierung unseres Nachwuchsleistungszentrums unterstützen konnten. Durch die Corona-Pandemie sind viele Einnahmen weggebrochen, aber die Kosten und Anforderungen, eben auch für die Lizenzierung des Nachwuchsleistungszentrums steigen sogar.“ Dass er ein so breitgefächertes Aufgabenfeld übernehmen kann, ist für den 29-Jährigen eine unbezahlbare Erfahrung. „Es ist ein Riesenvorteil, dass ich bei einem Regionalligaverein angestellt bin und so auch ein breit aufgestelltes Aufgabenfeld abdecke. Mein Chef hat mich auch von Beginn an integriert, mir detaillierte Einblicke gewährt und mir auch früh Verantwortung übertragen. Bei einem Bundesligaverein wäre dies wahrscheinlich so beispielsweise nicht denkbar. Da bist du auch eben nicht Mitarbeiter Nummer zehn, sondern vielleicht eher Mitarbeiter 120.“

Seine Zukunftspläne?

„Ich fühle mich beim FSV extrem wohl und hier kann ich mich auch in allen Bereichen miteinbringen. Der Verein ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung. Gerade, was das Thema Stadionnutzung und Drittveranstaltungen betrifft, arbeiten wir weitere Möglichkeiten aus, um ein weiteres finanzielles Standbein auszubauen.“ Für die zukünftigen Aufgaben und Anforderungen sieht er sich auch durch sein Bachelor- und Master-Studium gewappnet. „Man erlernt im Studium vielseitige Kompetenzen und erhält auch in allen Bereichen theoretische Grundlagen, die man im Berufsalltag anwenden kann. Ich vergleiche meine Arbeit gerne mit dem Bachelor-Modul ‚Interdisziplinär‛, in dem man zum Ende des Studiums noch einmal das gesamte Erlernte einbringen muss.“

Tipps?

„Man sollte sich nicht runterziehen lassen, wenn es nicht direkt mit einer Festanstellung klappt und auch immer eine Praktikumsstelle in Betracht ziehen.“ Auch dem Thema Abschlussarbeit spricht der DHfPG-Absolvent eine maßgebliche Bedeutung zu. „Durch meine Master-Thesis habe ich ja bereits erste Kontakte zum FSV knüpfen können und mit meinem behandelten Thema gezeigt, ein für den Beruf relevantes Thema untersuchen zu können.“